Als Arzt aus Schötmar im Einsatz in Haiti
Gemeindenachmittag am 9. Juni im Gemeindehaus Am Kirchplatz
Dietmar Schröder, Facharzt aus Bad Salzuflen-Schötmar half im Februar in Haiti. Seine Eindrücke und Erlebnisse stellte er am 9. Juni im Rahmen der Veranstaltung Treffpunkt Gemeindehaus einem interessierten Kreis vor. Nach dem Kaffeetrinken um 15 Uhr berichtete Schröder an dem Gemeindenachmittag über das, was er aus eigener Anschauung in Haiti erlebte und wie geholfen werden konnte. Auch die Probleme des Landes und die Schwierigkeiten kamen zur Sprache.
Vorstellungsgottesdienste der Konfirmanden in Schötmar für die Diakonie-Katatastrophenhilfe
Schötmars Konfirmanden und ihre Familien sammelten in den Vorstellungsgottesdiensten im Februar und März für die Diakonie -Katastrophenhilfe. Auch für SMS-Spenden wurde geworben. Die genauen Verwendungszwecke werden auf der Homepage der Diakonie-Katastrophenhilfe erläutert. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti, ist durch die Katastrophe in Chile nun ein weiteres Land in Südamerika von einer Naturkatastrophe betroffen. In der offenen Kilianskirche hängen Informationstafeln, die von Konfirmanden zu dem Thema "Erdbeben" gestaltet wurden.
Diakonie Katastrophenhilfe: - Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Kennwort: "Erdbebenhilfe Haiti"
- Per SMS: Spender können an die 8 11 90 eine SMS mit dem Stichwort 'BEBEN' schicken. Von der Mobilfunk-Rechnung werden dann 5 Euro abgebucht.
Hier die letzte Pressemeldung von der Homepage der Diakonie-Katastrophenhilfe:
Lage im Erdbebengebiet weiterhin dramatisch
Chile
Unterstützung im Rahmen der ACT Alliance und anderer kirchlicher Partner vor Ort
Stuttgart, 1. März 2010. Nach dem schweren Erdbeben in Chile unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Hilfswerke des globalen kirchlichen Verbundes "ACT Alliance" (Kirchen helfen gemeinsam). So ist "Church World Service" (CWS) aus den USA mit Partnern vor Ort seit Jahren in der Katastrophenvorsorge tätig und will jetzt Nothilfe leisten mit Nahrungsmitteln, Decken und Planen. Aufgrund der zusammengebrochenen Telefonnetze ist eine Kontaktaufnahme mit Partnerorganisationen der Schwesterorganisation "Brot für die Welt" und des Evangelischen Entwicklungsdienstes bisher nur nach Santiago de Chile möglich gewesen. Die Lage im Erdbebengebiet sei ziemlich schlecht, so ein Mitarbeiter von "Brot für die Welt".
Foto: REUTERS/Jose Luis Saavedra
Der Leiter der Programmabteilung der Diakonie Katastrophenhilfe, Volker Gerdesmeier, zeigte sich besorgt über die Lage, da noch viele Menschen vermisst werden. Er betonte, dass die bisherige Arbeit in der Katastrophenprävention von "Church World Service" viele Menschen auf diese Krise vorbereitet und so sicher dazu beigetragen hat, dass Betroffene überlebt haben. Auch der württembergische evangelische Landesbischof, Frank-Otfried July, der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der Diakone Katastrophenhilfe, zeigte sich bestürzt über das Ausmaß des Bebens. Die Landeskirche unterstützt die Arbeit der evangelisch-lutherischen Kirche in Chile.
Neben CWS sind weitere kirchliche Partner in der Region um die Stadt Concepcion aktiv. Spärlich sind bisher die Informationen von diesen, die mit der Schwesterorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe "Brot für die Welt" sowie dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) zusammengearbeitet haben. Zwei dieser Organisationen arbeiten in Concepcion: Der protestantische Entwicklungsdienst "Sepade" betreut vier Berufsschulen und die Evangelisch-lutherische Kirche (Ielch) ist mit einem Projekt in Armenvierteln der Stadt aktiv.
Hier die Pressemitteilungen über die Katastrophe in Ha
Haiti: Ermutigendes Zeichen für die Überlebenden
Landesverbände der Diakonie sammeln erfolgreich Spenden für Hilfsprojekte
Stuttgart, 18. Februar 2010. Fast eine Million Euro an Spenden für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti haben einige Landesverbände der Diakonie in Deutschland bisher verbucht. Diese überwältigende Resonanz hält der Leiter der Programmabteilung des evangelischen Hilfswerks, Volker Gerdesmeier, für ein ermutigendes Zeichen für die Überlebenden. Die Summe der Spendeneingänge bei den Diakonischen Werken ist noch vorläufig. Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe bisher elf Millionen Euro Spenden erhalten.
Gerdesmeier, der gerade von einem einwöchigen Aufenthalt im Katastrophengebiet zurückgekehrt ist, hat sich beeindruckt davon gezeigt, wie die Hilfsmaßnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe immer besser ineinandergreifen und umgesetzt werden. Der Schwerpunkt der Hilfe liegt im südöstlichen Landesteil. In Jacmel wurden in den vergangenen Tagen mehr als 300 Familienzelte aufgebaut. Gerdesmeier sagte, dass in der Region insgesamt 2.000 Familienzelte verteilt werden sollen. Sie kosten rund 350.000 Euro. Dazu werden 4.000 Schlafmatten, 4.000 Decken, 2.000 Moskitonetze, 2.000 Hygienesets, 2.000 Küchensets und 2.000 Plastikplanen verteilt.
Daneben startet die Diakonie Katastrophenhilfe mit 100 Werkzeugsets für jeweils rund 1.000 Euro ein Cash for Work (Geld für Arbeit)-Programm für 500 Familien. Die Werkzeuge sind zur Beseitigung der Trümmer, aber auch für den Wiederaufbau vorgesehen. Mit vier medizinischen Nothilfesets für je 10.000 Menschen für 30.000 Euro werden Gesundheitsstationen unterstützt.
Geplant ist nach Angaben Gerdesmeiers der Bau von Schulen und Gesundheitszentren genauso wie der Bau von Einzelhäusern und Schutzzentren für den Katastrophenfall. Gerdesmeier verwies ausdrücklich darauf, dass ein von der Diakonie Katastrophenhilfe errichteter Schutzbau zur Hurrikanvorsorge das Erdbeben weitgehend unbeschadet überstanden hat und nun als Notunterkunft dient. "Das Gebäude war also auch erdbebensicher", freute sich Gerdesmeier. Auch die vom evangelischen Hilfswerk ausgebildeten lokalen Zivilschutzkomitees haben erfolgreich gearbeitet und Menschen aus den Trümmern gerettet. Neben der Arbeit in der Schwerpunktregion um Jacmel unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Opfer auch in Port-au-Prince und in Leogane. So erhält ein Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince Medikamente im Wert von 50.000 Euro.
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet weiterhin dringend um Spenden.
Diakonie Katastrophenhilfe:
- Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Kennwort: "Erdbebenhilfe Haiti"
- online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti
- Per SMS: Spender können an die 8 11 90 eine SMS mit dem Stichwort 'BEBEN' schicken. Von der Mobilfunk-Rechnung werden dann 5 Euro abgebucht.
Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder
www.caritas-international.de
Für Rückfragen: Rainer Lang, Tel: 0711/2159-147, E-Mail: r.lang@diakonie-katastrophenhilfe.de
Haiti: Hilfe mit Modellcharakter
UN-Botschafterin Angelina Jolie besucht Camp der Diakonie Katastrophenhilfe
Stuttgart 11. Februar 2010. Das Camp der Diakonie Katastrophenhilfe in Jacmel, in dem 300 Familien Zuflucht gefunden haben, hat für die Vereinten Nationen Modellcharakter. Das teilten UN-Vertreter bei dem Besuch der Schauspielerin Angelina Jolie in dem Camp mit. Bei ihrem Rundgang sprach sie mit Organisatoren und Bewohnern des Camps. Jolie ist seit einigen Tagen als Botschafterin des UN-Flüchtlingskommissariats in Haiti unterwegs. Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet seit Jahren mit lokalen Projektpartnern in Jacmel zusammen. Diese guten Kontakte ermöglichten eine schnelle Nothilfe nach dem Beben. Allein in Jacmel betreut die Diakonie Katastrophenhilfe 800 Familien, das sind etwa 4000 Menschen.
Ein Foto von Angelina Jolies Besuch finden Sie auf unserer Website unter http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/presse. Dort finden Sie die digitale Pressemappe zum Erdbeben in Haiti.
Haiti braucht die Chance auf einen Neuanfang - ohne Schulden
Als Mitträger von erlassjahr.de fordert die Micha-Initiative die Chance auf einen Neuanfang für Haiti. Der Wiederaufbau des Landes soll keine Fortsetzung der Geschichte von Elend und Abhängigkeit sein. Haitis Schuldenproblem muss gelöst werden. Hier gibt es mehr Informationen zur Schuldenproblematik Haitis. Bei der ONE Kampagne können Sie direkt an einer Online-Petition für Haiti teilnehmen. Mit dem Internationalen Währundsfond (IWF) hat bereits einer der wichtigen Gläubiger signalisiert, zu einem Schuldenerlass bereit zu sein.
Gemeinden, Gruppen und Initiativen aus dem Bereich der EVANGELISCHEN ALLIANZ haben sich in der MICHAINITIATIVE zur Umsetzung der UN-Milleniumsziele für mehr Gerechtigkeit zusammengetan. Alexander Gentsch von der Michainitiative schreibt zu Haiti:
Liebe Freundinnen und Freunde der Micha-Initiative,
das Jahr ist nur wenige Wochen alt und wir ahnen schon jetzt, dass es uns wohl als das Jahr des schweren Erdbebens von Haiti in Erinnerung bleiben wird. ... Die Menschen in Haiti brauchen unsere Anteilnahme und unsere Unterstützung.
... Spielt bei einer solchen Naturkatastrophe eigentlich auch das Thema Gerechtigkeit eine Rolle? Mehr als man zunächst denkt. Wie wir immer hören und lesen, geht es bei den Rettungsarbeiten auch deswegen so schleppend voran, weil das Land schon vor dem Erdbeben in einem desolaten Zustand war. Nicht nur die vom westlichen Ausland unterstützten Diktatoren Haitis haben dazu beigetragen, auch das wirtschaftliche Eigeninteresse der Industriestaaten hat Haitis Entwicklung direkt beeinflusst. Pfarrer Rolf Zwick, Vorsitzender des Arbeitskreises Micha-Initiative, stellt bei einer Predigt am 17. Januar fest:
Jetzt ist der ehemalige US-Präsident Clinton zum Koordinator der Haiti Hilfe benannt worden. Er war es aber auch, der die Haitische Regierung 1994 gezwungen hat, die Einfuhrzölle für Reis von 50 auf 3 Prozent zu reduzieren. Was das mit dem Erdbeben zu tun hat? Das Land wurde mit billigem Reis aus US-Produktion überschwemmt, Reis wurde in Haiti kaum noch angebaut, 40.000 Bauern wurden arbeitslos. Und sie bevölkern seither mit vielen anderen, die wegen verfehlter Entwicklungspolitik in die Stadt geflohen sind, in Hütten die Hänge der Hauptstadt Port au Prince, wo in der letzten Woche das Erdbeben die meisten Opfer gekostet hat.
Koordinator der haitianischen Micha-Kampagne meldet sich nach dem Beben
Die ersten Tage nach dem schweren Beben in Haiti war unklar, ob Jean-Valery Vital Herne die Katastrophe überlebt hat. Am 16. Januar kamen die erleichternden Neuigkeiten: Jean-Valery und seine Familie haben überlebt und ihnen geht es soweit gut. Gott sei Dank! Doch so groß die Freude darüber ist, dass Jean-Valery am Leben ist, so erschütternd ist das, was er zu berichten hat. Lesen Sie hier mehr.
Hier - als Rückblick - die früheren Pressemeldungen der Diakonie-Katastrophenhilfe:
Haiti: Land braucht langfristige Partnerschaft
Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im ländlichen Bereich
Stuttgart, 08. Februar 2010. Für eine Hilfe im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft mit den Menschen in Haiti hat sich die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, ausgesprochen. Nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar brauche das Land mehr als Nothilfe, um Stabilität und nachhaltige Entwicklung zu schaffen, sagte die Theologin am 8. Februar bei einer Pressekonferenz des evangelischen Hilfswerks in Stuttgart zur Hilfe in Haiti. Rainer Lang, Sprecher der Diakonie Katastrophenhilfe, der erst kürzlich aus dem Erdbebengebiet zurückgekehrt ist, hat nochmals auf das katastrophale Ausmaß der Zerstörung hingewiesen. "Zum Teil bieten sich albtraumhafte und apokalyptische Szenen in den zerstörten Regionen", fügte er hinzu.
Der Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe liegt in der Region Jacmel, also im ländlichen Bereich, wo das evangelische Hilfswerk schon vor dem Erdbeben tätig war. Dort wurden am Wochenende die ersten 100 von rund 2.000 Familienzelten aufgestellt. "Dank unserer engen Zusammenarbeit mit lokalen Selbstorganisationen und in Abstimmung mit den Vereinten Nationen, den lokalen Behörden und den anderen Organisationen vor Ort sind unsere Nothilfsmaßnahmen angelaufen", betonte Füllkrug-Weitzel.
"Wir sind und werden auch künftig überwiegend auf dem Land tätig sein, wo die Mehrheit der Bevölkerung am allerärmsten ist: Über 80% der Menschen auf dem Land haben nicht mehr als 1 US Dollar täglich zur Verfügung", so die Theologin. Nun stünden sie noch vor dem zusätzlichen Problem, die Binnenflüchtlinge aufnehmen zu müssen, die - auch mit Aufforderung der Regierung - Port-au-Prince verlassen haben und auf dem Land Zuflucht suchen. "Vor der Hurrikansaison im Herbst bedarf neben dem Wiederaufbau für die Landbevölkerung die Frage zusätzlicher Unterkünfte für die Flüchtlinge einer dringenden Antwort. Und es muss sichergestellt werden, dass die Aussaat im März gelingt. Das alles muss in den nächsten sechs Monaten als Nothilfe laufen", betonte die Direktorin.
Lang wies darauf hin, dass in den spontan entstandenen Notunterkünften drangvolle Enge herr-sche. "Aber es ist bewundernswert, dass die Menschen, die unter diesen Bedingungen leben, sich selbst organisieren und versuchen, trotz des Chaos ein Stück Ordnung zurückzugewinnen. Es ist offensichtlich, dass sie noch unter Schock stehen", so Land. Wie können sie mit den Schmerzen, Verlusten und Ängsten weiterleben, sei eine Frage, die er sich immer wieder stelle. "Es ist gut zu sehen, dass die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe bei der Verteilung auf andere Wege setzen, in direktem Kontakt mit den Betroffenen, sei es in den Camps oder in den Stadtgebieten. Das geht ohne Auseinandersetzungen, Drängeleien oder Gewalt ab."
Haiti: Immer mehr Hilfe erreicht die Opfer
Mehrere Tonnen Hilfsgüter sind inwischen in Jacmel angekommen
Stuttgart, 23. Januar 2010. Das Team der Diakonie Katastrophenhilfe hat bis zum Wochenende 7,5 Tonnen Hilfsgüter von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince in die Stadt Jacmel weiter im Süden transportiert. Die Güter konnten nur per Helikopter befördert werden, weil der Zustand der Straßen noch zu schlecht ist. Mit der Verteilung der Medikamente, Decken, Plastikplanen, Wasserkanister und Nahrungsmittel wird umgehend begonnen. Der Bedarf der Opfer an Hilfe ist enorm. ?Die meisten Menschen in der Hauptstadt Port-au-Prince schlafen weiterhin im Freien?, sagt Rainer Lang, der für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort ist.
?Viele Häuser und Wohnungen sind zerstört, viele Menschen haben aber auch Angst vor den ständigen Nachbeben, die es im Katastrophengebiet täglich gibt?, berichtet Lang. Als erstaunlich beschrieb er, wie die Menschen in dem Chaos der Zerstörung ihr Leben organisieren. Zum Wochenende hin hat sich die Lage im Katastrophengebiet seiner Einschätzung nach ein Stück weit entspannt. Hilfsgüter erreichen nach und nach die Betroffenen, auch wenn die logistischen Herausforderungen enorm sind. Dazu zählt vor allem der schlechte Zustand der Straßen, der eine geordnete Verteilung der Hilfsgüter sehr erschwert.
Trotz der schwierigen Situation ist die Lage bislang erstaunlich ruhig geblieben. Es gibt jetzt wieder Benzin, auch Banken und Supermärkte sind zum Teil wieder geöffnet. Über das Ausmaß der Zerstörung in der Innenstadt zeigt sich Lang schockiert. Immer noch hängt über vielen Gebäuden der Verwesungsgeruch und in den Trümmern liegen noch Tote. ?Viele Überlebende stehen nach wie vor unter Schock und können noch gar nicht das ganze Ausmaß der Katastrophe fassen?, berichtet Rainer Lang. ?Auch für uns Helfer ist die Lage oft bedrückend. Hier ist langfristige Hilfe nötig?, betont er im Blick auf die bittere Armut, die in dem Land herrscht.
Die Diakonie Katastrophenhilfe, die seit fünf Jahren ein eigenes Büro in Haiti hat, ist inzwischen in Kontakt mit allen ihren lokalen Partnerorganisationen, die selbst betroffen sind von der Katastrophe. Gemeinsam mit ihnen und den Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe in einem lokal eingebundenen Hilfsnetzwerk.
Haiti: Hilfsgüter für die Erdbebenopfer
Team der Diakonie Katastrophenhilfe organisiert Verteilung an die Überlebenden
Stuttgart, 18. Januar 2010. Nach dem schweren Erdbeben auf Haiti warten viele der Überlebenden weiter dringend auf Hilfe. In den Trümmern haben sie Schilder aufgestellt mit der Aufschrift "Wir brauchen Hilfe", wie der Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Tommy Ramm, berichtet. Das evangelische Hilfswerk organisiert mit Hochdruck die Verteilung von Hilfsgütern an die Opfer des schweren Erdbebens in Haiti. Am Dienstagmorgen wird ein Flugzeug mit Hilfsgütern in Port-au-Prince erwartet, das die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit Caritas international von Ostende (Belgien) ins Erdbebengebiet schickt.
Die Hilfsgüter werden im Laufe des Montagnachmittags geladen. Darunter sind medizinische Nothilfepakete zur Basisversorgung von 80.000 Menschen für drei Monate. Zelte, Decken, Plastikplanen, Nahrungsmittel sowie Tabletten zur Wasserreinigung wird die Diakonie Katastrophenhilfe voraussichtlich weiterschicken in die Stadt Jacmel. Dort sind inzwischen zwei Mitarbeiter aus dem Büro der Diakonie Katastrophenhilfe in Port-au-Prince eingetroffen. Sie organisieren mit lokalen Partnerorganisationen und den Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) die Verteilung der Hilfsgüter und die Errichtung von Notunterkünften. Seit längerem unterstützt das evangelische Hilfswerk im Gebiet von Jacmel Hilfsprojek-te unter dem Aspekt der Katastrophenvorsorge und der Ernährungssicherung. Der Hilfsflug wird Ostende (Belgien) am Abend um 21 Uhr verlassen.
Die Menschen warten dringend auf Hilfe, wie Tommy Ramm berichtet. "Autos von Hilfsorganisationen wer-den angehalten und die Menschen bitten um Hilfe. Wie schwer es ist, unter den Bedingungen in Haiti die Menschen zu versorgen, zeigt ein Eingeständnis der UNO. Die Vereinten Nationen erklärten, dass das Erdbe-ben die schwerste Katastrophe ausmacht, mit der die Organisation jemals in ihrer Geschichte konfrontiert wurde."
Erleichterung gibt es bei der Diakonie Katastrophenhilfe in Stuttgart: Alle 26 Mitarbeiter des Büros des evan-gelischen Hilfswerks in Haiti haben überlebt. Einige von ihnen haben jedoch Angehörige und ihre Häuser verloren. Aus Port-au-Prince berichtet Tommy Ramm: "In vielen zerstörten Häusern spielen sich Dramen ab: Hinterbliebene suchen mit bloßen Händen in den Trümmern, um Angehörige zu finden. Im zerstörten Zent-rum gleichen einige Straßenzüge einer Geisterstadt. Ruinen und Leichen prägen das Bild", so Ramm. "Für Panik sorgte ein Nachbeben der Stärke 4,5 am späten Vormittag. Mehr als 50 Nachbeben haben die haitiani-sche Hauptstadt seit Dienstag heimgesucht. Viele Menschen, die ihre Häuser noch haben, schlafen deshalb aus Angst im Freien", schildert Ramm die Situation.
Haiti: Medikamente und Ärzte fehlen
Büro der Diakonie Katastrophenhilfe Notunterkunft für Teammitglieder
Stuttgart, 15. Januar 2010. Nach bangen Stunden des Wartens ist es den Mitarbeitern der Diakonie Katastro-phenhilfe in Deutschland vor kurzem gelungen, den Kontakt zum Büro des evangelischen Hilfswerks in Haitis weitgehend zerstörter Hauptstadt Port-au-Prince wiederherzustellen. Die Arbeit gestaltet sich nach Angaben der Leiterin des Büros, Astrid Nissen, äußerst schwierig. Die meisten der 26 Mitglieder des Teams haben Familienangehörige verloren. Ihre Häuser sind zerstört. Das Büro der Diakonie Katastrophenhilfe ist deshalb auch zur Notunterkunft für Teammitglieder und ihre Angehörigen geworden.
"Die Stadt Port-au-Prince, wie wir sie kennen, hat nach dem Erdbeben aufgehört zu existieren", sagt Astrid Nissen. Ihr Kollege Tommy Ramm, der vor wenigen Stunden aus Kolumbien in Haiti eingetroffen ist, zeigte sich am Telefon schockiert über die Lage. "Immer noch strömen die Überlebenden durch die Straßen auf der Suche nach Hilfe, schwer traumatisiert", berichtet er. Verwesungsgeruch liegt über der Stadt. Überlebende suchen nach ihren Angehörigen. Dringend nötig ist die Versorgung der Überlebenden mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Die Verzweiflung der Menschen nimmt zu. Auch im Büro der Diakonie Katastrophenhilfe ge-hen den dort Untergebrachten Trinkwasser und Nahrungsmittel aus. Sehr schwierig ist nach Angaben Ramms die Situation der Verletzten. "Es gibt weder genügend Medikamente noch ausreichend Ärzte. Viele der Verletzten müssen unter freiem Himmel versorgt werden." Läden und Supermärkte, die nicht zerstört wurden, bleiben aus Angst vor Plünderungen geschlossen, so Ramm.
Zwar konnte nach Angaben von Nissen die Arbeit nur eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Aber jeder, der nach dem traumatischen Erlebnis dazu in der Lage ist, beteiligt sich daran, eine Hilfsstruktur auf-zubauen mit den lokalen Partnerorganisationen und den internationalen Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) sowie mit weiteren Hilfsorganisationen. Gemeinsam mit Cari-tas international schickt die Diakonie Katastrophenhilfe am Montag ein Flugzeug mit Hilfsgütern nach Port-au-Prince. Darunter sind Medikamente für 80.000 Menschen, Decken sowie Plastikplanen.
Es geht darum, Hilfsgüter, die ins Land kommen, schnellstmöglich und professionell zu verteilen. Diese Ver-teilung wird in großem Maße von den Organisationen vor Ort getragen. Die dringend benötigte Nothilfe hat Astrid Nissen nur als den ersten Schritt bezeichnet. Ebenso wichtig sei der zweite Schritt, die Wiederauf-bauphase, in der sich die Diakonie Katastrophenhilfe engagieren will. Schlechte Nachrichten kommen auch aus dem Projektgebiet der Diakonie Katastrophenhilfe im Südosten des Landes. Von dort berichten Mitar-beiter von schweren Zerstörungen, vor allem aus der Stadt Jacmel.
Haiti: Nothilfe auf dem Weg zu den Opfern
Hilfsgüterflug von Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international
Stuttgart, 14.01.2010. Die Lage in Haiti nach dem Erdbeben ist dramatisch. Wegen massiver Zerstörungen und hoher Opferzahlen werden Versorgungssituation und Sicherheitslage zunehmend schwieriger. Um den Bedürftigen schnell zu helfen, schicken Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international einen gemeinsamen Hilfsgüterflug nach Haiti.
Nachdem zunächst davon ausgegangen worden war, dass das Erdbeben hauptsächlich in der Hauptstadt Port-au-Prince für verheerende Zerstörungen gesorgt hatte, kommen nun auch aus ländlichen Regionen Meldungen von schweren Zerstörungen.
Der Flug der beiden Hilfswerke ist für Montag, 18. Januar, geplant. Von Ostende/Belgien werden dringend benötigte Güter direkt nach Port-au-Prince geflogen. An Bord werden acht Health-Kits, 20.000 Wasserkanister, 2.000 Decken, 31 Großraumzelte und Tabletten zur Wasserreinigung im Wert von 135.000 Euro transportiert. Ein Health-Kit ist auf die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen über drei Monate ausgerichtet. Darunter sind zum Beispiel Medikamente gegen Infektionen. Die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international teilen sich Güter und Kosten.
Kommentar von Matthias Schmidt
am 19.Februar 2010:
" Die Katastrophe in Haiti hat solche dramatischen Folgen, weil das Land schon vorher eines der ärmsten Länder der Welt war. Wer gegen die Armut aufsteht, hilft auch Haiti, aber nicht nur Haiti, sondern auch all den anderen Menschen, die in den Ländern leben, in denen Menschen unter dem Existenzminimum leben müssen. Wer dagegen etwas tun will sollte sich der internationalen Kampagne für eine Finanztransaktionssteuer anschließen. Auch führende Vertreter der EKD und die Michainitiative der evangelischen Allianz unterstützen die Initiative des Würzburger Jesuitenpaters Jörg Alt und vieler weiterer Unterstützer. Genauere Informationen über die deutsche Initiative finden Sie auf der Homepage www.steuer-gegen-armut.org
Neuerdings gibt es ein sehr empfehlenswertes Video von Heike Makatsch und Jan Joseph Liefers zur Unterstützung der Kampagne und eine Pressemitteilung, die zu einer Unterschriftenkampagne aufruft. "
Internationale Kampagne für Finanztransaktionssteuer gestartet!
Heike Makatsch und Jan Josef Liefers fragen einem sympathischen Werbeclip der Kampagne: Ist die Finanztransaktionssteuer eine gute Idee?
Wir sagen: Und was für eine!
Die gegenwärtigen Finanzmärkte leben von ungezügeltem Wachstum und rücksichtsloser Spekulation. Ständig erzeugt es neue Krisen. Die aktuelle Krise kostete Millionen von Menschen ihren Arbeitsplatz. Überall in der Welt hat die Armut zugenommen, die Zahl der Hungernden ist um 100 Millionen gestiegen. So darf es nicht weitergehen!
Organisationen und Netzwerke aus der ganzen Welt fordern, eine globale Finanztransaktionssteuer einzuführen.
Machen Sie mit!
Die deutschsprachige Unterschriftenseite der internationalen Kampagnenplattform ist unter www.steuergegenarmut.de erreichbar. Dort findet sich auch der Werbespot, der gerne weiterempfohlen und auf eigenen Webseiten verlinkt werden kann.
Zur Finanztransaktionssteuer
Die Finanztransaktionssteuer ist eine Umsatzsteuer auf den Handel mit Finanzvermögen über die internationalen Finanzmärkte. Schon der winzige Steuersatz von beispielsweise 0,05 Prozent würde bereits über 100 Milliarden Euro einbringen. Diese sollen dazu eingesetzt werden, Armut zu bekämpfen und die Folgen von Krise und Klimawandel zu lindern. Zugleich zügelt die Steuer die Finanzmärkte, indem sie kurzfristige Spekulation unprofitabel macht und Überliquidität hemmt.
Zahlreiche renommierte Ökonomen empfehlen nachdrücklich, die Steuer endlich einzuführen. In der Politik gewinnt sie weltweit mehr und mehr Befürworter. Auch die überaus erfolgreiche E-Petition vom Dezember letzten Jahres für eine öffentliche Bundestags-Anhörung zum Thema stößt auf offene Ohren, denn mittlerweile haben sich fast alle Parteien für die Finanztransaktionssteuer ausgesprochen ? bis auf die mitregierende FDP.
Auf "Abgeordnetenwatch" haben Frank Schäffler, der finanzpolitische Sprecher der FDP aus Herford, und die lippische FDP-Abgeordnete und Staatssekretärin Gudrun Kopp aus Lage auf entsprechende Anfragen geantwortet.
Hier die Antwort von Frank Schäffler
und hier die Antwort von Gudrun Kopp:
Kommentar von Matthias Schmidt: "Leider sind diese beiden Antworten noch sehr unbefriedigend. Vielleicht ergibt sich bei Gelegenheit noch mal die Gelegenheit die Argumentation gründlicher zu überdenken und zu neuen Entscheidungen zu kommen.
Von der CDU gab es eine nicht ganz so ablehnende Reaktion des MDB Jürgen Hermann (Lippe-Höxter)
und zuvor auch schon eine etwas positivere Antwort von MDEP Elmar Brok:
Zitat Elmar Brok: "Hinsichtlich der Einführung einer Steuer auf alle Finanztransaktionen, schließe ich mich der Aussage unserer Bundeskanzlerin Frau Merkel an, die Ende September des vergangenen Jahres erklärte,
dass eine Finanztransaktionssteuer global sinnvoll ist und wirkt. Nur vor diesem Hintergrund kann verhindert werden, dass Finanzplätze weiterhin als Steuerschlupflöcher missbraucht werden.
Eine nationale Lösung würde in der Sache lediglich neue Wettbewerbsnachtteile bewirken. Aus diesem Grund muss versucht werden, einen Konsens für eine europäische und globale Unterstützung zu finden."
Ute Koczy, die lippische Abgeordnete der GRÜNEN unterstützt das Anliegen, möchte aber nicht auf eine weltweite Einführung warten. In Deutschland, in Europa kann der Anliegen schon heute vorangetrieben werden. Hier die Antwort von Ute Koczy aus Lemgo: