Kilianskirche
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Kilian


KILIAN- Eine Geschichte verpflichtet - 

Der Namenspatron der ev.ref. Kirche in Schötmar und der neuen katholischen Kirche von Schötmar

Die ref. Kirche in Schötmar trägt wie die Vorgängerbauten den Namen von Kilian. Auch die nach dem Krieg erbaute katholische Kirche an der Otto-Hahn-Str. hat den Namen St.Kilian erhalten. Wer war dieser Namenspatron? Sein Leben ist, wie das Leben vieler Heiliger zumeist, nur legendarisch überliefert. Historische Texte gibt es kaum. Nach der Legende entstammte er einer iro-schottischen Familie und kam als Wanderbischof zunächst mit elf Gefährten nach Ostfranken. Hier mußte er feststellen, daß das Volk zu Füßen der Würzburg den Gott der Christen noch nicht kannte. Deshalb pilgerte Kilian mit den elf Mönchen nach Rom, um die Erlaubnis zur Missionierung der Gegend zu holen. Ab 687 predigte er mit der Erlaubnis des damaligen Papstes zusammen mit dem Diakon Totnan und dem Priester Kolonat in Würzburg, die als einzige bei ihm verblieben waren. Ihre Mission war erfolgreich. Mit der Ernennung zum Bischof von Würzburg erhielt er dann wahrscheinlich den Namen Kilian. Kilian bekehrte auch Gozberg, den damaligen Herzog, und dessen Familie. Der Herzog war verheiratet mit Gailana, der Frau seines verstorbenen Bruders. Auf Forderung des Bischofs trennte er sich 689 von ihr. Am 8. Juli 689 ließ Gailana deshalb die drei Glaubensboten aus Rache umbringen. In späteren Legenden wird die Geschichte um Kilian und seinen Gefährten immer mehr ausgefaltet und damit unhistorischer. Der Würzburger Bischof Burkhard (741- 754) erhob die Gebeine Kilians und seiner Gefährten am 8. Juli 752 zur Ehre der Altäre. Im Jahr 788 wurden die Reliquien Kilians dann - in Anwesenheit von Karl dem Großen- in den als Grablege erbauten Salvatordom, dem Vorgängerbau der Würzburger Neumünsterkirche, überführt. Kilians Haupt befindet sich im heutigen Würzburger Dom. Der "heilige Kilian" genießt in Würzburg immer noch eine große Verehrung. In der Zeit der Missionierung galten Reliquien, besonders die der Märtyrer, als besondere Zeugnisse gelebten Glaubens. Den Menschen wurde gezeigt, wie wirkmächtig der christliche Glaube war, daß Menschen dafür sogar in den Tod gingen. Auch Kilian mußte sterben, weil er aus seiner christlichen Überzeugung heraus handelte, indem er Herzog Gozberg auf sein bisheriges Tun aufmerksam machte und ihn zur Umkehr verleitete. Die Verehrung Kilians im alten Paderborner Bistum geht auf die hier tätig gewesenen Würzburger Missionare und Bischöfe zurück. Der erste Paderborner Bischof war Hathumar, der 806 eingesetzt, seine christliche Erziehung in Würzburg genoß, und dort mit dem Namenspatron der dortigen Kirche in Berührung kam. Noch heute ist Kilan neben Liborius, Maria und Ulrich einer der Patrone des Paderborner Domes, wenngleich Liborius seit der Überführung der Reliquien des Liborius aus Frankreich nach Paderborn im 9. Jhd jetzt dessen Hauptpatron ist. Möglicherweise geht auch die erste Schötmaraner Kirche auf Würzburger Missionare zurück, die um 785 im hiesigen Gebiet tätig waren. Im näheren Umfeld gibt es im 799 gegründeten Bistum Paderborn Kilianskirchen in Lügde (kath), Korbach (ev.-luth), Höxter (ev.luth.), Lichtenau, Löwen bei Warburg, Brenken bei Büren, Welda bei Warburg und Vörden in der Nähe von Steinheim, Schlangen (ev.-ref.), Schötmar (ev. ref.), Stadtoldendorf, Exten (südl. Rinteln, gehörte später zum Bistum Minden) Bovenden bei Göttingen (gehörte später zum Bistum Mainz) . (Raphael Schlüter

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