....(auf dem oberen Bild sieht man die beiden Häuser von der Schlossstr. aus. (ehemals Schloßstr. 27/29) . Das älteste Haus Schötmars (rechts) ein von Johan Holman, dem "Veltscherer" (= Feld-Scherer = Feldarzt) erbaute Haus wurde mit dem Nachbarhaus von Schuster Rulle (links) in der Zeit von August 2000 bis Juli 2003 zur "Begegnungsstätte Schötmar" umgebaut. Seither sind die beiden Häuser als "Begegnungsstätte Schötmar" mit neuem Eingang über die Adresse "Am Kirchplatz 1C" zugänglich.
Direkt neben dem
Gemeindehaus am Kirchplatz beginnt der Brunnenhof dieses ältesten Hauses
von Schötmar. Die folgenden Fotos zeigen den Hof mit Blick aus dem Haus
auf die Kilianskirche und das links daneben stehende Gemeindehaus oder in die
entgegengesetzte Richtung in den Hof. Beim Gemeindefest zur Einweihung und dem
im folgenden Jahr 2004 gefeierten 150 jährigen Jubiläum der Kilianskirche
bewährte sich der neugeschaffene Brunnenhof als Begegnungsraum.
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Die Stadt Bad Salzuflen und die ev.ref. Kirchengemeinde Schötmar schufen mit den zugesagten Mitteln der Denkmalförderung des Landes NRW einen Treffpunkt für unterschiedlichste Anlässe. Schötmar hat so nach langer Zeit eines der letzten Kleinode mittelalterlicher Baukunst zurückerhalten. Unter besonderen Schutz wurden in dem ehemaligen "Haus Knollmann" der alte Brunnen, die einzige in dieser Art erhaltene mittelalterliche Wendeltreppe, das Traufgassenpflaster in der Deele und andere kleine Details gestellt, die alle so im Orginalzustand erhalten wurden. Die einzigartigen Zeugnisse der Geschichte können in dem öffentlich zugänglichen Gebäude seither im Rahmen der verschiedenster Veranstaltungen besichtigt werden . Ausstellungen, Vorträge und Seminare zu verschiedenen Themen ergänzen das Angebot in der der Begegnungsstätte.
Neu ist, dass ab 2008 auch standesamtliche Trauungen in der Begegnungsstätte stattfinden können. Das Standesamt hat für diesen Zweck eine Außenstelle im ältesten Haus Schötmars eingerichtet. Die Anmeldung erfolgt über das Standesamt. Für alle andern Terminabsprachen können die Küster über die Klingeltaste am Eingang werktags von 10-12 Uhr und von 15-17 Uhr telefonisch erreicht werden oder auch per Telefon (Tel 05222-85166) oder per Email: Kuester ät schoetmar.net oder Kuesterin ät schoetmar.net
Damit
sich jeder einen Eindruck von den Räumlichkeiten machen kann,
die nicht nur für standesamtliche Trauungen (pauschal pro Trauung 75 Euro)
sondern auch zu anderen Anlässen genutzt werden, hier ein paar Bilder :
Die Kamindeele ist der größte Raum mit Sitzplätzen für ca. 40 Personen an Tischen und Vortragsveranstaltungen mit bis zu 60 Zuhörern. Bei Trauungen steht der Tisch der Standesbeamten vor dem Kamin und 30-40 weitere Gäste können bei der Trauung dabeisein. Wenn der Termin günstig gewählt wird, kann im Anschluss daran gleich weitergefeiert werden. Im Sommer lässt sich der historische Innenhof schön mit einbinden.
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Das Ratszimmer:
( ein alter kleiner stufenfrei erreichbarer Raum mit historischen Wandbemalungen)
(für kleinere Besprechungen bis 10 Personen) Für kleine Trauungen
ist dieser Raum ebenfalls geeignet, zumal er auch für Rollstuhlfahrer gut
erreichbar ist. Außer dem Standesbeamten und dem Brautpaar könnten
noch ca 8 Personen an der Zeremonie teilnehmen.
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Die große Kamindeele und das kleine Ratszimmer sind ebenerdig erreichbar. Die Begegnungsstätte bietet in Schötmar somit die einzigen barrierefreien Trauräume. Das alte Rathaus in Bad Salzuflen und das Schloß Stietencron sind nur über Stufen erreichbar. Innerhalb der Begegnungsstätte müssten für die Nutzung des blauen Kaminsaals und des gelben Konferenzraumes allerdings auch vier Stufen überwunden werden. Da diese Räume sich direkt an die ebenerdige Kamindeele anschließen, können sie bei Familienfeiern nur mit der Kamindeele zusammen genutzt werden. Für kleinere Besprechungen und Seminare sind parallele Nutzungen denkbar.
Der blaue Kaminsaal ist ein Raum, der in der Regel für Sitzungen mit bis zu 20 Personen am großen Tisch geeignet ist. Auch dieser Raum bietet sich für kleinere Trauzeremonien an. Außer dem Brautpaar und den Standesbeamten könnten dort noch ca 16 weitere Gäste an der Eheschließung teilnehmen.
Der gelbe Konferenzraum - ein Raum für Rundgespräche in Kleingruppen mit bis zu 12 Personen
Die große Kamindeele mit ihren drei Nebenräumen (Ratszimmer, gelber Konferenzraum und blauer Kaminsaal) wird am liebsten insgesamt vergeben. Besonders für Seminare und Workshops haben sich die Räume bewährt, aber auch bei Empfängen. In dem einen Raum die Stehtische, im anderen das Büffet und in der Mitte die große Festtafel oder die Tischgruppen, so hat man die Begegnungsstätte schon für zahlreiche Familienfeiern genutzt
Ganz unabhängig
davon nutzbar ist im rechten Haus Rulle (Nr 27) das
Dachstudio - ein separat
über ein Treppenhaus erreichbarer Raum für Treffen mit bis zu 16 Personen
aus dem dem man einen wunderbaren Blick auf den Innenhof und die Kilianskirche
hat
Raumnutzung und
Gebühren für die Nutzungsentschädigung
(Stand: 1. Dezember 2007)
Vereine und Institutionen Schötmars können das Dachstudio und die untere Etage der Räumlichkeiten im ältesten Haus Schötmar für ihre Veranstaltungen und Sitzungen nutzen, soweit vom Träger keine anderen öffentlichen Veranstaltungen geplant sind. Das Standesamt vermittelt das Ratszimmer, den blauen Kaminsaal oder die Kamindeele für seine standesamtlichen Trauungen.
Eine Vergabe der Räume
auf der Jugendetage ist nicht möglich, da sie ganzjährig vom CVJM
und von der Jugendarbeit der Kirchengemeinde genutzt werden. Der Zugang zur
Jugendetage erfolgt durch einen separaten Kellereingang.
Das Dachstudio im ehemaligen
"Haus Rulle" ist ideal für Seminare und Workshops kleiner geschlossener
Gruppen, weil es auf der oberen Etage die geringste Störung durch andere
Veranstaltungen gibt.
Mit seiner kleinen Küchenzeile ist das Dachstudio sehr eigenständig
nutzbar.
Der Zugang erfolgt durch den
rechten Eingang vom Kirchplatz aus.
Dieser Zugang wird in der kalten Jahreszeit auch für die Veranstaltungen
auf der Kamindeele im linken "Haus Knollmann" benutzt, damit es dort
nicht so stark durch die offene Eingangstür zieht. Der Glasdurchgang zwischen
beiden Häusern fungiert dann als Windfang.
Im Erdgeschoss vom "Haus Rulle" ist die Anrichteküche, die für
alle anderen Veranstaltungen der Begegnungsstätte vorgesehen ist. Sie ist
ausgestattet mit allen Gläsern und allem Geschirr, einem Kühl-und
Gefrierschrank, einer Industriespülmaschine und einem Cerankochfeldherd
mit Backhofen. Die Größe der Küche erlaubt es allerdings nicht,
dort für größere Gruppen vollständige Menues zu kochen.
In der Regel bringt ein Caterer das vollständige Essen und nutzt die Küche
zur Vorbereitung und für die Geschirreinigung.
Alle Anfragen
müssen rechtzeitig an die Küster gerichtet werden ( Tel. 05222-85166)
mit denen auch die finanziellen Konditionen abgesprochen werden. Nach der telefonischen
Terminabklärung zur Nutzung und Besichtigung wird innerhalb von drei Wochen
ein Nutzervertrag ausgefüllt, womit der Termin verbindlich reserviert ist.
Die jeweiligen Ausführungen auf diesem Vertragsformular sind verbindlich.
Die Überweisung der Nutzungsentschädigung erfolgt bis acht Tage vor
dem Termin. Die Einzahlung bzw. Überweisung ist bei Schlüsselübergabe
durch einen Kontoauszug oder eine Kopie der Überweisung nachzuweisen. Mit
der Schlüsselübergabe frühestens am Vortag der Veranstaltung
wird auch die Kaution fällig, die im Tresor in bar hinterlegt wird und
nach ordnungsgemäßter Übergabe der Räume und des Schlüssels
innerhalb von drei Tagen nach der Veranstaltung wieder ausgezahlt wird.
Vom Hausbeirat des Trägers gelten die untenstehenden Gebührensätze
als Nutzungsentschädigung für Heizung, Strom und Bereitstellung der
Räume und Nutzung der Küche mit dem vorhandenen Geschirr. Sie sind
vorher bargeldlos zu bezahlen. Reinigungskosten sind darin nicht enthalten und
werden - soweit die Räume mit Inventar nicht ordentlich übergeben
werden- separat berechnet.
Nutzungsentschädigung
für eine Veranstaltung bis zu 4 Std.
(bzw. für eine Tagesveranstaltung (24 Std zB. von 12-12 Uhr )
bisher gültige Preise:
Kamindeele alleine ohne Nebenräume: 30 Euro (Tagesveranstaltung
60 Euro)
blauer Kaminsaal 20 Euro (Tagesveranstaltung 40 Euro)
gelber Konferenzraum 15 Euro (Tagesveranstaltung 30 Euro)
Ratszimmer 15 Euro (Tagesveranstaltung 30 Euro)
Die vollständige Nutzung aller Räume im Erdgeschoß kostet
für eine Tagesveranstaltung
(24 Std zB. von 12-12 Uhr ) pauschal 120 Euro (statt 160 Euro bei Einzelanmietung)
Dachstudio 25 Euro. (Tagesveranstaltung 50Euro)
Die Herrichtung oder Wiederherrichtung der genannten Räume ist darin nicht
enthalten.
Bei gewerblicher Nutzung verdoppeln sich alle Nutzungsentschädigungen.
Bisher gelten die alten Preise. Maßgeblich ist die Preisliste bei Vertragsabschluss.
Für das Jahr 2008 wird eine Differenzierung und Anhebung der Preise erwogen.
Es gibt Nutzungen bis 4 Stunden und Tagesveranstaltungen: (24 Std zB. von 12-12
Uhr )
Mit gemeinnützigen Organisationen,
öffentlichen Einrichtungen und ehrenamtlichen Mitarbeitern
der ev. ref. Kirchengemeinde Schötmar sind Sondervereinbarungen möglich.
Organisationen, die regelmäßige Veranstaltungen durchführen,
können eine Vereinbarung für mehrere Monate treffen und dafür
einen Pauschalpreis vereinbaren.
Hinzu kommen evtl. zusätzliche Kosten für die Ausleihe oder Bereitstellung
von Arbeitsmaterial (Beamer, Laptop, Tageslichtschreiber, Diaprojektor, Leinwand,
VHS-Videorecorder, CD oder DVD-Player, Lautsprecher+Mikro, Flipchart, Präsentationstafel)
soweit das alles nicht selber mitgebracht wird.
Wenn durch die Nutzung vorher oder hinterher der über eine Stunde hinausgehende Einsatz der Küster nötig wird oder gewünscht wird, soll jede weitere Stunde mit zusätzlich 25 Euro beglichen werden. Empfohlen wird die Selbstversorgung oder die Beteiligung einer eigenen Servicekraft oder Cateringfirma, die ggf. vermittelt werden kann. Größere Mahlzeiten sollten besser in einem der verschiedenen in Fußnähe gut erreichbaren Restaurants in der Innenstadt Schötmars eingenommen werden, da die Küchen dafür nicht vorgesehen sind.
Nutzungsüberlassung der Gemeindehäuser
Neben der Begegnungsstätte
für bisher maximal 120 Euro Nutzungspauschale (+ 500 Euro Kaution) vergibt
die Kirchengemeinde auch Räumlichkeiten in den unterschiedlichen Gemeindehäusern
in Schötmar. Je nach Größe der Gruppe stehen dafür das
Gemeindehaus Am Kirchplatz für max 100 Pers im großen Saal (80 Euro
bzw. 100 Euro mit Küche und Geschirr aber ohne Kellerräume), das Gemeindehaus
in der Bertastr. (max 60 Pers. mit Küche aber ohne Kellerräume), das
Gemeindehaus Am Ziegelhofe 50 Euro (max 50 Pers. mit Küche aber ohne Kellerräume)
zur Verfügung. Auch das Gemeindehaus Heerserheide für max 30 Pers
(40 Euro) kann genutzt werden.
Die Räume und Nebenräume in den Gemeindehäusern (einschl. Toiletten)
sind nach allen privaten oder gewerblichen Veranstaltungen i.d.R. bis zum Folgetag
um 11.30 Uhr gewischt und gereinigt wieder bereitzustellen. Wenn durch die Nutzung
der über eine Stunde hinausgehende Einsatz der Küster nötig wird,
muß jede weitere Stunde mit zusätzlich 25 Euro beglichen werden.
200 Euro Kaution werden mit
dem Mietbetrag verrechnet.
Jugendetage der örtlichen Begegnungsstätte
Auf der durch den Kellereingang der Begegnungsstätte separat zugänglichen Jugendetage der ÖBS treffen sich die Jugendlichen des CVJM und der Kirchengemeinde zum Kartenspielen, Kickern, Airhockey, Singen und Beten.
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Die ebenfalls auf der Jugendetage liegende "Basisstation" - ein Raum, der nach der dort aufgehängten Pariser Basis des CVJM benannt ist, könnte über einen historischen Treppenverbindung ggf. mit dem direkt darunter liegenden blauen Kaminsaal genutzt werden. Eine zeitgleiche Nutzung dieser beiden übereinanderliegenden Räume durch unterschiedliche Gruppen ist aus akustischen Gründen nicht ratsam.
Neben den Küstern ist der Hausbeirat für die Begegnungsstätte verantwortlich, der von der Kirchenältesten Christiane Bröker geleitet wird.
Rückblick auf die Eröffnung der Begegnungsstätte am 20. Juli 2003
Zur Eröffnung der ehemaligen Häuser "Knollmann/Rulle" am 20. Juli 2003 predigte Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier im Festgottesdienst. Der Bad Salzufler Bürgermeister Gerhard Kleemann hatte angeregt die Eröffnung und Übergabe der neuen Häuser bewusst im Zusammenhang mit dem Gottesdienst und Gemeindefest des Trägers der Begegnungsstätte stattfinden zu lassen. Den festlichen Eröffnungsworten des Bürgermeisters als Vertreters des Bauherrn Stadt Bad Salzuflen (CDU) folgten die Grußworte der örtlichen Landtagsabgeordneten (SPD) Frau Ministerin Ute Schäfer vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder im Land Nordrhein-Westfalen.
Der Schötmaraner Architekt Gerhard Schröder übergab den Schlüssel zu den neuen alten Häusern an den Bürgermeister und dieser reichte ihn dann symbolisch an die reformierte Kirchengemeinde weiter, die dort für ganz Schötmar seither eine "Örtliche Begegnungsstätte" betreibt
Die Initiative zur Übertragung der lange geplanten Begegnungsstätte in den renovierten Häusern war seinerzeit vom damaligen Stadtdirektor Wolfgang Honsdorf ausgegangen und dem Kirchenvorstand nahegebracht worden. Im Laufe der Vorplanung und Durchführung der aufwändigen Baumaßnahme entwickelten alle Beteiligten ein gemeinsames Konzept, was in den historischen Räumlichkeiten stattfinden sollte. Eine paritätisch aus Vertretern der Stadt und der Kirchengemeinde zusammengesetzte Baukommission begleitete die Erstellung der Begegnungsstätte.
Die Baukosten des Projektes waren auf 4,5 Mill DM veranschlagt worden. Das Land stellte der Stadt davon 70% der Kosten aus dem Fond der Mittel für Städtebauerneuerung zur Verfügung. Die restlichen 1,327 Mill. DM teilten sich die Kirchengemeinde (1 Million DM) und die Stadt 327 000 DM, die auch das Baurisiko und einige nicht vorhersehbare Kostensteigerungen übernahm. Letztendlich bezahlten die Kirchengemeinde 511 TEuro und die Stadt lt. Haushaltsplan ca 311 TEuro.
Schötmar hat mit der neuen Begegnungsstätte am Kirchplatz ein wirkliches Kleinod im Ortskern erhalten, das allen Bürgern zugänglich ist. Vereine und Institutionen, Gemeindegruppen und Gäste aus der Umgebung nutzen seither den öffentlichen Teil der Räumlickeiten für Seminare und Ausstellungen, Konzerte und Sitzungen. Im nichtöffentlich vermietbaren Bereich der Begegnungsstätte nutzen der CVJM und die Kirchengemeinde die Räume für ihre Jugendarbeit. Auch das Büro der Ev. Familienbildung- einer gemeinsamen Einrichtung Bad Salzufler Kirchengemeinden hat seinen Platz in der Begegnungsstätte gefunden. Die Kirchengemeinde trägt die Unterhalts- und Personalkosten. Besucher- und Gastgruppen beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten am Kostenaufwand.
Eine Kopie dieser bisherigen Seite und den Rückblick auf vorherige Versionen finden sich hinter dem Button Begegnungsstätte rechts auf der ersten Seite
RÜCKBLICK
Wie ist die Geschichte der Baumaßnahme:
Die folgenden Artikel und Bilder stammen aus den bisherigen
Ausgaben dieser Web-Site vor Juni 2003:
Begegnungsstätte Kilianskirchplatz / Schloßstrasse
Ein Foto vom Bau am 1. Januar 2001:

In der Ausgabe des Gemeindebriefes EiS 134 ( Feb./März 2001) gab es zu diesem damals aktuellen Bild vom 1. Jan. 2001 eine Andacht unter der Überschrift SANIERUNGSBEDARF .
Natürlich sollen die in wenigen Jahren fertig renovierten Häuser kein Museum werden, sondern eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. Schötmars Senioren und die Jugendlichen der Gemeinde und des CVJM werden sich in dem Haus begegnen. Die weitere Konzeption des Hauses sieht vor, daß neben den kirchlichen Gruppen und Beratungseinrichtungen auch weitere Nutzer in dem Haus ihren Platz finden können.
Am 7. August 2000 begann die Baumaßnahme mit der Entrümpelung des Gebäudes und des Geländes. Zur Sicherung und zum Schutz der Passanten verläuft seiher der Bürgersteig vor dem Gebäude unter einem Schutzdach. Dieser Bautunnel wurde von jugendlichen Sprayern im Rahmen eines Wettbewerbs im November 2000 farblich verschönert.
Für den schrittweisen Fortschritt der Baumaßnahmen mußten besondere Brandschutzmaßnahmen getroffen werden. Nach der Entrümpelung und dem Abriß der Anbauten aus dem 20. Jahrhundert stand zunächst die Unterfangung der mittelalterlichen Fundamente an und Ergänzung des Fachwerks an. Auch Bodendenkmalpfleger waren daran beteiligt. Bereits wenige Jahre nach der Entstehung im 16 Jahrundert war das auf mittelalterlichem Bauschutt errichtete Gebäude in der Mitte abgesackt. Die uralten Setzschäden sind bis heute zu erkennen.
Über die Details des Baufortschritts und die spätere Nutzung entschied während der bisherigen Bauphase die aus städtischen und kirchlichen Vertretern paritätisch zusammengesetzte Baukommission der Begegnungsstätte. Geplant und geleitet wird die Baumaßnahme vom Architekturbüro Gerhard Schröder aus Schötmar.
Am 7. August 2000 begann die Baumaßnahme mit der vollständigen Entrümpelung der alten Gebäude. Vor der auf dem alten Foto noch sichtbaren Straßenfront wurde für die Zeit von August 2000 bis Anfang 2003 ein Bautunnel aufgebaut, der die Fußgänger auf dem Bürgersteig vor herabfallenden Bauteilen schützt. In Absprache mit der Baukommision haben jugendliche Sprayer diesen Bautunnel im Winter 2000/2001 verschönern dürfen.
Die Erschließung der neuen Gebäude geschieht während der ganzen Bauphase und auch hinterher vom Kirchplatz her. Mit dem modernen Gemeindehausbau ergibt sich ein schöner Innenhof zwischen Kirchplatz und Schloßstr. der zu ansprechender Gestaltung einlädt. Die Details der Pläne werden ständig weiterentwickelt und sind beim Architekten einsehbar.
In einer Ausgabe der Lipp. Landeszeitung berichtete Thomas Reinecke, am 4. April 2002 über den weiteren Bauverlauf wie folgt:
Stroh
statt Schweinsborsten
Wenn zwei uralte Häuser von Grund auf saniert werden
Bad
Salzuflen-Schötmar (Rei). Fast wie die Jahresringe in einem Baumstamm:
Im Knollmannschen Haus an der Schloßstraße 29 in Schötmar gibt
es Wände, die 25 Mal in den unterschiedlichsten Farben überpinselt
wurden. Ganz nach dem Geschmack der jeweiligen Bewohner. Das Innere des Fachwerkbaus
hat somit im Schnitt knapp alle 17 Jahre ein neues Antlitz bekommen.
Das Anstrich-Rechenexempel zeigt: Das Knollmannsche Haus (Nummer 29) ist alt, ur-alt. 1588 soll es erbaut worden sein. Heute ist es das älteste noch erhaltene von Schötmar, in gut einem Jahr wird es wie neu sein. Zusammen mit dem Nachbarhaus Rulle (1814/15 von einer Scheune zu einem Wohnhaus umgebaut) wird die ehemalige Heimat der 1826 gegründeten Färberei Knollmann seit Februar 2000 von sanfter Meisterhand instand gesetzt. 2,1 Millionen Euro sind für die Komplettsanierung samt Außenanlagen veranschlagt. Einziehen wird an der Schloßstraße ein soziokulturelles Zentrum der reformierten Gemeinde Schötmar.
Die Sanierung mit Geldsegen vom Land kam gerade zur rechten Zeit: Beide Fachwerkhäuser waren Ende des 20. Jahrhunderts mit ihrer Substanz am Ende. "Ein starker Wind, und das wäre es dann mit dem Dach gewesen", so Anette Thiel vom Hochbauamt zum Zustand des Knollmannschen Hauses. Die alten Pfannen seien in den Händen der Arbeiter geradezu zerbröselt.
Doch das war gestern: Heute hat der große Fachwerkbau ein neues Dach. "Mit einer Strohdocken-Deckung", erklärt Anette Thiel. Unter dem Giebel riecht es wie im Pferdestall. "Das Stroh wurde vor dem Eindecken getränkt. Eine historische Technik, die die Unebenheiten des Dachstuhls wunderbar gefühlvoll aufnimmt", erklärt die Architektin aus dem Hochbauamt. Man hätte auch Kälberhaare oder Schweinsborsten nehmen können, auch diese Materialien seien früher für Dächer verwendet worden. "Es wäre aber nicht typisch für das Knollmann-Haus gewesen."
Dieses Leitlinie zieht sich durch die ganze Sanierung: Beide Gebäude sollen so weit es geht in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Ein hartes Unterfangen für Bauleiterin Anette Thiel, Architekt Gerhard Schröder und die Arbeiter. "Hier wird alles von Hand gefertigt, nichts geht von der Stange", erklärt Thiel.
"Einmalig für die gesamte Region" Anette Thiel
Da wird schon mal ein "windschiefes" Fenster produziert, damit es exakt ins Fachwerk passt, oder der Wandkamin der alten Schwarzküche (hier hingen vermutlich die Würste zum Räuchern an der Decke) wird originalgetreu rekonstruiert.
Große Probleme bereitete die millimetergenaue Einpassung des neuen Treppenhauses im Knollmann-Bau. Die uralte Wendeltreppe, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, hätte den Feuerschutz-Auflagen nicht genügt. "Wir planen, sie in Glas zu fassen, um sie der Nachwelt zu erhalten", so Thiel. Das Besondere an der Treppe ist ihr Einbaum-Prinzip: Die Stufen hangeln sich um einen mächtigen Eichenstamm, der vom Erdgeschoss durch zwei Etagen hindurch bis unters Dach reicht. "Einmalig für die gesamte Region", schwärmt die Architektin.
Nach über zwei Jahren liegt der Schwerpunkt jetzt auf dem Innenausbau. Auch die kitzeligste Phase der Sanierung das Haus Knollmann ruhte einige Monate lang quasi "frei schwebend" nur auf Stahl-Stützträgern wurde glücklich überstanden. Die Räume des Begegnungszentrums werden voll klimatisiert sein, dafür sorgen Boden- und Wandheizung. Verbunden werden die beiden Häuser barrierefrei mit einem Durchgang aus Stahl und Glas. Hochmodern wie passt dies zum Denkmalschutz? Sehr gut, der Durchgang sei sofort als neues Element zu erkennen und störe daher nicht das historische Ensemble, meint Bauleiterin Thiel. Sie ist sich sicher: Die Schloßstraße 27-29 mutiert vom Schandfleck zur neuen Perle von Schötmar. In einem Jahr werden es alle sehen können.