Info
Mit Beginn der 7. Klasse
beginnt der kirchliche Unterricht (KU), der die Jugendlichen für
die Konfirmation vorbereitet. (In Schötmar und einigen Salzufler
Nachbargemeinden beginnt der Unterricht aus pädagogischen Gründen
auch schon manchmal ab Klasse 6)
Der kirchliche Unterricht wird in der Regel für 60 Minuten
an einem Dienstag- oder Donnerstagnachmittag erteilt. Die Schulen
haben sich darauf eingestellt und achten bei der Vergabe von Hausaufgaben
auf diese Termine. Hinzu kommen einzelne Samstage für Projekte,
Exkursionen und ein oder zwei Wochenendseminare im Laufe der zwei
Unterrichtsjahre. Zur Teilnahme wird den Schülern auf Antrag
der Eltern schulfrei erteilt. Bis zu sieben schulfreie Tage soll
es laut Vereinbarung mit dem Kultusminister im Laufe der Zeit des
KU geben können. Dieses Kontingent wird aber so gut wie nie
in Anspruch genommen. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen des
KU ist verbindlich. Als Unterrichtsmaterial ist neben der aktuellen
"Lutherbibel" und dem "Evangelischen Gesangbuch"
auch eine Materialsammlung im Gebrauch, in der die wichtigsten Themen
jugendgerecht dargestellt sind.
Den Jugendlichen soll
es Freunde machen im kirchlichen Unterricht Gemeinschaft zu erleben.
Die Themen des Glaubens und Lebens werden darum methodisch miteinander
verknüpft. Die wichtigsten Bibel-, Lied- und Katechismustexte
werden im Rahmen des Unterrichts immer noch auswendig gelernt, denn
Inhalte und Formulierungen sollen ja auf Dauer ja präsent bleiben.
Der Umfang des Lernstoffs wurde in den letzten Jahren aber erheblich
reduziert, weil es heutzutage nicht mehr auf stures Auswendiglernen,
sondern eher auf "inwendiges" Lernen ankommt. Die Jugendlichen
sollen lernen mit den Themen und Texten des Glaubens selbsständig
umzugehen.
Konfirmation heißt
"Befestigung im Glauben", aber oftmals werden im Konfirmandenunterricht
gerade erst wichtigste Grundlagen gelegt, denn die Voraussetzungen,
die die Jugendlichen heute mitbringen, sind oft sehr unterschiedlich.
Die regelmäßige Beteiligung an den Gottesdiensten und
Festen der Gemeinde ist dabei ein wichtiger Bestandteil, damit sich
die Konfirmanden in den Gottesdiensten nicht mehr so fremd vorkommen,
sondern Gottesdienst und Liturgie immer besser verstehen und in
ihrem Sinn auch mitgestalten können.
Im Laufe der Unterrichtszeit
bereiten die Jugendlichen darum immer wieder einzelne Gottesdienste
bzw. Teile daraus vor. Am Ende des ersten Unterrichtsjahres steht
die Taufe der noch nicht getauften Katechumenen an, die auf diese
Weise das zweite Jahr für sich als echte "Befestigungszeit"
erleben können. Diese Aufwertung der Taufe mit einem eigenen
von der Konfirmation weit genug entfernten Fest verhindert die Abwertung
der noch nicht getauften Jugendlichen u.E. am besten. Die Taufe
hat in solchen Situationen eine größere Chance als "Glaubenstaufe",
d.h. als Bekräftigungssakrament des entstehenden Glaubens erlebt
zu werden, wie es die Bekenntnisschrift der reformierten Kirche,
der Heidelberger Katechismus formuliert.

Auf ähnliche Weise
wird dann später auch das Abendmahl eingeführt als Gottes
pädagogische Mittel mit dem er unsern schwachen Glauben stärken
will. Die rechtzeitige Zulassung zum Abendmahl und die wiederholte
Feier schon vor der Konfirmation unterstreicht diesen Zweck, daß
die Jugendlichen schon im Laufe ihrer KU-Zeit einen eigenen Bezug
zum Abendmahl entwickeln. Die Abendmahlsfeier am Konfirmationssonntag
ist dann später nichts außergemwöhnliches mehr,
sondern wird von vielen als eine Feier erlebt, in der wirklich der
gewachsene Glaube gestärkt wird. So werden die Jugendlichen
im optimalen Fall dann im Glauben gefestigt, was der ursprünglichen
Bedeutung der "Konfirmation" wieder nahe kommt.
Pfr. Matthias Schmidt
Weitere ausführliche
theologische Infos - auch für die Fachleute- gibt es in der
neuen "Reformierten Liturgie", die seit Beginn des Kirchenjahres
2000 in den reformierten Gemeinden in Deutschland im Gebrauch ist.
Da sie außerhalb der reformierten Kirchen erst wenigen bekannt
ist, weisen wir empfehlend auf dieses ausgezeichnete Buch hin. In
den meisten anderen evangelischen Kirchen wurde zeitgleich das "Evangelische
Kirchenbuch" eingeführt.