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Die Dordrechter Lehrsätze aus den Niederlanden
Das Bekenntnis der anglikanischen Kirche

Die Glaubensbekenntnisse aus der aktuellen reformierten Liturgie |

Der Heidelberger Katechismus


Der erste Teil: Von des Menschen Elend
Der zweite Teil: Von des Menschen Erlösung
Von Gott dem Vater
Von Gott dem Sohn
Von Gott dem Heiligen Geist
Von den heiligen Sakramenten
Von der heiligen Taufe
Vom heiligen Abendmahl
Der dritte Teil: Von der Dankbarkeit
Die zehn Gebote
Das Gebet des Herrn
Der Heidelberger Katechismus
(Text in der vom Moderamen des Reformierten Bundes autorisierten Fassung von 1994)

1. Thema der Woche :

Frage 1

Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre. Er hat mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst; und er bewahrt mich so, daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja, daß mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß. Darum macht er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiß und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben.

Ältere Fassung:

Was ist dein einiger Trost

im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele

beides, im Leben und im Sterben,

nicht mein, sondern meines getreuen Heilands

Jesu Christi

eigen bin,

der mit seinem teuren Blut

für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlt

und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst hat

und also bewahrt,

daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel

kein Haar von meinem Haupt kann fallen,

ja auch mir alles

zu meiner Seligkeit dienen muß.

Darum er mich auch durch seinen Heiligen Geist

des ewigen Lebens versichert

und ihm forthin zu leben

von Herzen willig und bereit macht.

Frage 2

Was mußt du wissen, damit du in diesem Trost selig leben und sterben kannst?

Erstens: Wie groß meine Sünde und Elend ist Zweitens:

Wie ich von allen meinen Sünden und Elend

erlöst werde. Drittens: Wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.

Der erste Teil: Von den Menschen Elend

2. Thema der Woche :

Frage 3

Woher erkennst du dein Elend?

Aus dem Gesetz Gottes.

Frage 4

Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?

Dies lehrt uns Christus

mit folgenden Worten: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,

von ganzer Seele

und von ganzem Gemüt.

Dies ist das höchste und größte Gebot.

Das andere aber ist dem gleich:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

In diesen beiden Geboten

hängt das ganze Gesetz und die Propheten.«

Frage 5

Kannst du das alles vollkommen halten?

Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.

3. Thema der Woche :

Frage 6

Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein. Gott hat den Menschen gut

und nach seinem Ebenbild erschaffen,

das bedeutet: wahrhaft gerecht und heilig,

damit er Gott, seinen Schöpfer,

recht erkenne,

von Herzen liebe

und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.

Frage 7

Woher kommt denn diese böse und verkehrte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam

unserer ersten Eltern Adam und Eva im Paradies. Da ist unsere Natur so vergiftet worden,

daß wir alle von Anfang an Sünder sind.

Frage 8

Sind wir aber so böse und verkehrt, daß wir ganz und gar unfähig sind zu irgendeinem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja, es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden.

4. Thema der Woche :

Frage 9

Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht,wenn er in seinem Gesetz etwas fordert,was der Mensch nicht tun kann?

Nein, sondern Gott hat den Menschen so erschaffen,

daß er es tun konnte.

Der Mensch aber, vom Teufel angestiftet, hat sich und alle seine Nachkommen

durch mutwilligen Ungehorsam

der Gabe Gottes beraubt.

Frage 10

Will Gott diesen Ungehorsam ungestraft lassen?

Nein, sondern er zürnt schrecklich über die sündige Art des Menschen

und seine sündigen Taten.

Beides will er nach seinem gerechten Urteil

schon jetzt und ewig strafen,

wie er gesprochen hat:

»Verflucht sei jeder,

der nicht bleibt bei alledem,

was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes,

daß er's tue!«

Frage 11

Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig, er ist aber auch gerecht. Deshalb fordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, die Gottes Ehre und Hoheit antastet,

mit der höchsten,

nämlich der ewigen Strafe

an Leib und Seele gestraft wird.

Der zweite Teil: Von des Menschen Erlösung

5. Thema der Woche :

Frage 12

Wenn wir also nach dem gerechten Urteil Gottes schon jetzt und ewig Strafe verdient haben, wie können wir dieser Strafe entgehen und wieder Gottes Gnade erlangen?

Gott will zu seinem Recht kommen, darum müssen wir für unsere Schuld

entweder selbst

oder durch einen anderen vollkommen bezahlen.

Frage 13

Können wir aber selbst für unsere Schuld bezahlen?

Nein, sondern wir machen sogar

die Schuld noch täglich größer.

Frage 14

Kann aber irgendein Geschöpf für uns bezahlen?

Nein,

denn erstens will Gott

an keinem anderen Geschöpf strafen, was der Mensch verschuldet hat.

Zweitens kann kein Geschöpf

die Last des ewigen Zornes Gottes

gegen die Sünde ertragen

und andere davon erlösen.

Frage 15

Was für einen Mittler und Erlöser müssen wir denn suchen?

Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch und doch stärker als alle Geschöpfe, also auch wahrer Gott ist.

6. Thema der Woche :

Frage 16

Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Die Sünde wird von den Menschen begangen,

darum verlangt Gottes Gerechtigkeit daß ein Mensch für die Sünde bezahlt,

wer aber selbst ein Sünder ist,

kann nicht für andere bezahlen.

Frage 17

Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist, kann ein Mensch die Last des Zornes Gottes ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.

Frage 18

Wer ist denn dieser Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Unser HERR Jesus Christus, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit

geschenkt ist.

Frage 19

Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelium.

Gott selbst hat es zuerst im Paradies offenbart,

dann durch die heiligen Erzväter

und Propheten verkündigen lassen

und durch die Opfer

und andere Bräuche des Gesetzes

vorgebildet, zuletzt aber durch seinen einzig geliebten Sohn

erfüllt.

7. Thema der Woche :

Frage 20

Werden denn alle Menschen wieder durch Christus gerettet, so wie sie durch Adam verloren gegangen sind?

Nein,

sondern nur diejenigen, die durch wahren Glauben seinem Leib als Glieder eingefügt werden und alle seine Wohltaten annehmen.

Frage 21

Was ist wahrer Glaube?

Wahrer Glaube ist nicht allein

eine zuverlässige Erkenntnis,

durch welche ich alles für wahr halte,

was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium in mir wirkt, daß nicht allein anderen, sondern auch mir

Vergebung der Sünden,

ewige Gerechtigkeit und Seligkeit

von Gott geschenkt ist, aus lauter Gnade,

allein um des Verdienstes Christi willen.

Frage 22

Was ist für einen Christen notwendig zu glauben?

Alles, was uns im Evangelium zugesagt wird,

wie es uns unser allgemeines, wahrhaftiges, christliches Glaubensbekenntnis zusammengefaßt lehrt.

Frage 23

Wie lautet dieses Glaubensbekenntnis?

Ökumenische Fassung:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige allgemeine christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Die Erklärungen des Heidelberger Katechismus folgen einer älteren Fassung des Glaubensbekenntnisses:

Ich glaube an Gott Vater,

den Allmächtigen,

Schöpfer Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn,

unseren Herrn,

der empfangen ist von dem Heiligen Geist,

geboren aus Maria der Jungfrau,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

abgestiegen zu der Hölle,

am dritten Tage wider auferstanden von den Toten,

aufgefahren gen Himmel,

sitzet zu der Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dannen er kommen wird,

zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

eine heilige allgemeine christliche Kirche,

die Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung des Fleisches

und ein ewiges Leben.

8. Thema der Woche :

Frage 24

Wie wird das Glaubensbekenntnis eingeteilt?

In drei Teile:

der erste handelt von Gott dem Vater

und unserer Erschaffung;

der zweite von Gott dem Sohn

und unserer Erlösung;

der dritte von Gott dem Heiligen Geist

und unserer Heiligung.

Frage 25

Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wo doch Gott nur einer ist?

Weil Gott sich in seinem Wort so offenbart hat, daß diese drei Personen unterschieden und doch der eine, wahre und ewige Gott sind.

9. Thema der Woche :

Frage 26

Was glaubst du, wenn du sprichst: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde«?

Ich glaube, daß der ewige Vater

unsers Herrn Jesus Christus

um seines Sohnes willen mein Gott und mein Vater ist. Er hat Himmel und Erde

mit allem, was darin ist,

aus nichts erschaffen und erhält und regiert sie noch immer

durch seinen ewigen Rat und seine Vorsehung. Auf ihn vertraue ich und zweifle nicht, daß er mich mit allem versorgt, was ich für Leib und Seele nötig habe, und auch alle Lasten,

die er mir in diesem Leben auferlegt,

mir zum Besten wendet. Er kann es tun als ein allmächtiger Gott und will es auch tun als ein getreuer Vater.

10. Thema der Woche :

Frage 27

Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes,

durch die er Himmel und Erde

mit allen Geschöpfen wie durch seine Hand

noch erhält und so regiert,

daß Laub und Gras,

Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken, Gesundheit und Krankheit,

Reichtum und Armut

und alles andere

uns nicht durch Zufall,

sondern aus seiner väterlichen Hand

zukommt.

Frage 28

Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Gott will damit,

daß wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar und auf die Zukunft hin voller Vertrauen zu unserem treuen Gott und Vater sind,

daß uns nichts

von seiner Liebe scheiden wird, weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind,

daß sie sich ohne seinen Willen weder regen noch bewegen können.

11. Thema der Woche :

Frage 29

Warum wird der Sohn Gottes Jesus, das heißt »Heiland«, genannt?

Weil er uns heilt von unseren Sünden, und weil bei keinem anderen

ein solches Heil zu suchen noch zu finden ist.

Frage 30

Glauben denn auch die an den einzigen Heiland Jesus, die Heil und Seligkeit

bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen?

Nein.

Sie rühmen sich zwar seiner mit Worten, verleugnen ihn aber mit der Tat. Denn entweder ist Jesus

kein vollkommener Heiland

oder er ist denen,

die ihn mit wahrem Glauben annehmen, alles,

was zu ihrer Seligkeit nötig ist.

12. Thema der Woche :

Frage 31

Warum wird er Christus, das heißt »Gesalbter«, genannt?

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt

und mit dem Heiligen Geist gesalbt zu unserem obersten Propheten und Lehrer, der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung

vollkommen offenbart, und zu unserem einzigen Hohenpriester,

der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibes erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte

vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen König,

der uns mit seinem Wort und Geist regiert

und bei der erworbenen Erlösung schützt und erhält. Frage 32

Warum wirst aber du ein

Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin und dadurch an seiner

Salbung Anteil habe,

damit auch ich seinen

Namen bekenne, mich ihm

zu einem lebendigen Dankopfer hingebe und mit freiem Gewissen in diesem Leben

gegen die Sünde und den Teufel streite und hernach in Ewigkeit

mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.

13. Thema der Woche :

Frage 33

Warum heißt Jesus Christus »Gottes eingeborener Sohn«, da doch auch wir Kinder Gottes sind?

Christus allein ist von Ewigkeit her

seinem Wesen nach der Sohn Gottes. Wir aber sind um seinetwillen aus Gnade als Kinder Gottes angenommen.

Frage 34

Warum nennst du ihn »unseren Herrn«?

Er hat uns mit Leib und Seele

von der Sünde

und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erlöst und erkauft, nicht mit Gold oder Silber

sondern mit seinem teuren Blut,

indem er sein Leben für uns gab.

14. Thema der Woche :

Frage 35

Was bedeutet: »Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria«?

Der ewige Sohn Gottes,

der wahrer und ewiger Gott

ist und bleibt, hat durch Wirkung des Heiligen Geistes

wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut

der Jungfrau Maria angenommen, so daß er auch

der wahre Nachkomme Davids ist, seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.

Frage 36

Was nützt es dir, daß er durch den Heiligen Geist empfangen und von derJungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler, und er bedeckt vor Gottes Angesicht mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.

15. Thema der Woche :

Frage 37

Was verstehst du unter dem Wort »gelitten«?

Jesus Christus hat an Leib und Seele

die ganze Zeit seines Lebens auf Erden,

besonders aber an dessen Ende,

den Zorn Gottes über die Sünde des ganzen Menschengeschlechts getragen.

Mit seinem Leiden als dem einmaligen Sühnopfer hat er unseren Leib und unsere Seele

von der ewigen Verdammnis erlöst

und uns Gottes Gnade,

Gerechtigkeit und ewiges Leben

erworben.

Frage 38

Warum hat er unter dem Richter Pontius Pilatus gelitten ?

Er wurde unschuldig vom weltlichen Richter verurteilt und hat uns dadurch

von Gottes strengem Urteil,

das über uns ergehen sollte, befreit.

Frage 39

Bedeutet sein Tod am Kreuz mehr,

als wenn er eines anderen Todes gestorben wäre?

Ja,

denn dadurch bin ich gewiß,

daß er den Fluch, der auf mir lag,

auf sich genommen hat, weil der Tod am Kreuz von Gott verflucht war.

16. Thema der Woche :

Frage 40

Warum hat Christus den Tod erleiden müssen?

Um der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes willen konnte für unsere Sünde nicht anders bezahlt werden

als durch den Tod des Sohnes Gottes.

Frage 41

Warum ist er begraben worden?

Damit wird bezeugt, daß er wirklich gestorben ist.

Frage 42

Warum müssen wir noch sterben,

obwohl Christus für uns gestorben ist?

Unser Tod

ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde,

sondern nur ein Absterben der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.

Frage 43

Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz?

Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben, damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht, sondern wir uns ihm

zu einem lebendigen Dankopfer

hingeben.

Frage 44

Warum folgt »abgestiegen zu der Hölle«?

Damit wird mir zugesagt,

daß ich selbst in meinen schwersten Anfechtungen gewiß sein darf,

daß mein Herr Christus

mich von der höllischen Angst und Pein erlöst hat,

weil er auch an seiner Seele

unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken am Kreuz und schon zuvor erlitten hat.

17. Thema der Woche :

Frage 45

Was nützt uns die Auferstehung Christi?

Erstens:

Christus hat durch seine Auferstehung

den Tod überwunden, um uns an der Gerechtigkeit Anteil zu geben, die er uns durch seinen Tod erworben hat. Zweitens:

Durch seine Kraft werden auch wir schon jetzt erweckt zu einem neuen Leben. Drittens:

Die Auferstehung Christi

ist uns ein verläßliches Pfand unserer seligen Auferstehung.

Frage 46

Wie verstehst du, daß es heißt »aufgefahren in den Himmel«?

Jesus Christus wurde

vor den Augen seiner Jünger

von der Erde zum Vater in den Himmel erhöht und ist dort uns zugut, bis er kommen wird,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Frage 47

Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheilen hat?

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott.

Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht mehr auf der Erde, aber nach seiner Gottheit, Majestät,

Gnade und Geist weicht er niemals von uns.

Frage 48

Werden aber auf diese Weise nicht Gottheit und Menschheit in Christus voneinander getrennt, wenn er nach seiner menschlichen Natur nicht überall ist, wo er nach seiner Gottheit ist?

Nein,

weil die Gottheit unbegreiflich

und überall gegenwärtig ist, folgt daraus,

daß sie wohl außerhalb

ihrer angenommenen menschlichen Natur

und dennoch auch in derselben ist

und in einer Person mit ihr vereinigt bleibt.* *
(Mit dem Wort »unbegreiflich« will der Katechismus nicht sagen, daß man Gott nicht verstehen könne, sondern daß er von keinem Raum umschlossen werden kann. Die Aussage des Katechismus kann auch so formuliert werden:

Weil Gott nach seinem Wesen

von keinem Raum oder Körper umgrenzt wird,

sondern überall gegenwärtig ist,

so ergibt sich,

daß auch Christus nach seiner Gottheit

zugleich in seiner menschlichen Natur

und dennoch auch außerhalb ihrer ist

und deshalb in seiner Person zugleich

ein wahrer und gerechter Mensch

und wahrer Gott ist.)

18. Thema der Woche :

Frage 49

Was nutzt uns die Himmelfahrt Christi?

Erstens:

Er ist im Himmel

vor dem Angesicht seines Vaters

unser Fürsprecher. Zweitens:

Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus

im Himmel die Gewißheit,

daß er als das Haupt uns, seine Glieder,

auch zu sich nehmen wird. Drittens:

Er, sitzend zur Rechten Gottes,

sendet seinen Geist zu uns, der uns die Kraft gibt, zu suchen, was droben ist,

und nicht das, was auf Erden gilt.

Frage 50

Warum wird hinzugefügt

»er sitzt zur Rechten Gottes«?

Christus ist dazu in den Himmel erhöht worden,

daß er sich dort erweise als das Haupt seiner Kirche, durch das der Vater alles regiert.

19. Thema der Woche :

Frage 51

Was nützt uns

diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christus?

Christus teilt uns, seinen Gliedern,

durch seinen Heiligen Geist

die himmlischen Gaben aus. Er schützt und erhält uns mit seiner Macht gegen alle Feinde.

Frage 52

Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, »zu richten die Lebenden und die Toten«?

In aller Trübsal und Verfolgung

darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten, der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt

und alle Verurteilung von mir genommen hat. Er wird alle seine Feinde, die darum auch meine Feinde sind,

in die ewige Verdammnis werfen, mich aber mit allen Auserwählten zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen.

20. Thema der Woche :

Frage 53

Was glaubst du vom Heiligen Geist?

Erstens:

Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn. Zweitens:

Er ist auch mir gegeben und gibt mir durch wahren Glauben

Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten. Er tröstet mich und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.

21. Thema der Woche :

Frage 54

Was glaubst du von der »heiligen allgemeinen christlichen Kirche«?

Ich glaube,

daß der Sohn Gottes aus dem ganzen Menschengeschlecht sich eine auserwählte Gemeinde zum ewigen Leben durch seinen Geist und Wort in Einigkeit des wahren Glaubens von Anbeginn der Welt bis ans Ende versammelt, schützt und erhält und daß auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin und ewig bleiben werde.

Frage 55

Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens:

Alle Glaubenden haben als Glieder

Gemeinschaft an dem Herrn Christus und an allen seinen Schätzen und Gaben. Zweitens:

Darum soll auch jeder seine Gaben

willig und mit Freuden

zum Wohl und Heil der anderen gebrauchen.

Frage 56

Was glaubst du von der »Vergebung der Sünden«?

Gott will um Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündigen Art, mit der ich mein Leben lang zu kämpfen habe, nicht mehr gedenken. Aus Gnade schenkt er mir

die Gerechtigkeit Christi, so daß ich nicht mehr ins Gericht kommen werde.

22. Thema der Woche :

Frage 57

Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?

Nach diesem Leben

werde ich durch die Kraft Christi

auferweckt werden

und zu Christus, meinem Herrn, kommen.

Er wird mir Anteil geben

an seiner Herrlichkeit.*

*(Ältere Fassung:

Was tröstet dich

die Auferstehung des Fleisches?

Daß nicht allein meine Seele

nach diesem Leben

alsbald zu Christus, ihrem Haupt, genommen wird,

sondern auch,

daß dies mein Fleisch,

durch die Kraft Christi auferweckt,

wieder mit meiner Seele vereinigt und dem herrlichen Leibe Christi gleichförmig werden soll.)

Frage 58

Was tröstet dich die Verheißung des ewigen Lebens?

Schon jetzt empfinde ich

den Anfang der ewigen Freude

in meinem Herzen. Nach diesem Leben aber werde ich

vollkommene Seligkeit besitzen,

die kein Auge gesehen

und kein Ohr gehört hat

und in keines Menschen Herz

je gekommen ist, Gott ewiglich darin zu preisen.

23. Thema der Woche :

Frage 59

Was hilft es dir aber nun, wenn du das alles glaubst?

Ich bin dadurch

in Christus vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens.

Frage 60

Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben an Jesus Christus. Zwar klagt mich mein Gewissen an,

daß ich gegen alle Gebote Gottes

schwer gesündigt

und keines je gehalten habe und noch immer zu allem Bösen geneigt bin. Gott aber schenkt mir

ganz ohne mein Verdienst aus lauter Gnade die vollkommene Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi. Er rechnet sie mir an, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht,

den Christus für mich geleistet hat, wenn ich allein diese Wohltat

mit gläubigem Herzen annehme.

Frage 61

Warum sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht bist?

Ich gefalle Gott nicht deswegen,

weil mein Glaube

ein verdienstvolles Werk wäre.

Allein die Genugtuung,

Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi

ist meine Gerechtigkeit vor Gott. Ich kann sie nicht anders

als durch den Glauben

annehmen und mir zueignen.

24. Thema der Woche :

Frage 62

Warum können denn unsere guten Werke uns nicht ganz oder teilweise

vor Gott gerecht machen?

Die Gerechtigkeit,

die vor Gottes Gericht bestehen soll,

muß vollkommen sein

und dem göttlichen Gesetz ganz und gar entsprechen. Aber auch unsere besten Werke

sind in diesem Leben

alle unvollkommen und mit Sünde befleckt.

Frage 63

Verdienen aber unsere guten Werke nichts,

obwohl Gott sie doch

in diesem und dem zukünftigen Leben

belohnen will?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst,

sondern aus Gnade.

Frage 64

Macht aber diese Lehre die Menschen

nicht leichtfertig und gewissenlos?

Nein;

denn es ist unmöglich, daß Menschen,

die Christus

durch wahren Glauben eingepflanzt sind,

nicht Frucht der Dankbarkeit bringen. Von den Heiligen Sakramenten

25. Thema der Woche :

Frage 65

Wenn nun allein der Glaube uns Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten gibt, woher kommt solcher Glaube?

Der Heilige Geist wirkt den Glauben

in unseren Herzen durch die Predigt des heiligen Evangeliums

und bestätigt ihn durch den Gebrauch der heiligen Sakramente.

Frage 66

Was sind Sakramente?

Es sind sichtbare heilige Wahrzeichen und Siegel.

Gott hat sie eingesetzt,

um uns durch ihren Gebrauch

den Zuspruch des Evangeliums

besser verständlich zu machen

und zu versiegeln:

daß er uns auf Grund

des einmaligen Opfers Christi, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.

Frage 67

Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz als den einzigen Grund unserer Seligkeit hinweisen?

Ja;

denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium

und bestätigt durch die heiligen Sakramente,

daß unsere ganze Seligkeit

gegründet ist auf das einmalige Opfer Christi, das für uns am Kreuz geschah.

Frage 68

Wieviel Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?

zwei,

die heilige Taufe

und das heilige Abendmahl.

Von der Heiligen Taufe

26. Thema der Woche :

Frage 69

Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und gewiß gemacht, daß das einmalige Opfer Christi am Kreuz dir zugut kommt?

Christus hat dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheilen, daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden, reingewaschen bin,

wie ich äußerlich durch das Wasser gereinigt werde, das die Unsauberkeit des Leibes hinwegnimmt.

Frage 70

Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt,

Vergebung der Sünde

von Gott aus Gnade haben

um des Blutes Christi willen,

das er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat. Es heißt ferner,

durch den Heiligen Geist erneuert

und zu einem Glied Christi geheiligt sein,

so daß wir je länger je mehr

der Sünde absterben und ein Leben führen, das Gott gefällt.

Frage 71

Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist wie mit dem Taufwasser gewaschen sind?

Bei der Einsetzung der Taufe sagt er:

»Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:

Taufet sie auf den Namen des Vaters

und des Sohnes

und des Heiligen Geistes. »Wer da glaubt und getauft wird,

der wird selig werden;

wer aber nicht glaubt,

der wird verdammt werden.« Diese Verheißung wird dort wiederholt,

wo die Heilige Schrift die Taufe

das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden« nennt.

27. Thema der Woche :

Frage 72

Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?

Nein; denn allein das Blut Jesu Christi und der Heilige Geist

reinigt uns von allen Sünden.

Frage 73

Warum nennt denn der Heilige Geist die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden«?

Gott redet so nicht ohne große Ursache.

Er will uns damit lehren:

Wie die Unsauberkeit des Leibes durch Wasser,

so werden unsere Sünden durch Blut und Geist Christi hinweggenommen. Ja vielmehr:

Er will uns durch dies göttliche Pfand

und Wahrzeichen

gewiß machen,

daß wir so wahrhaftig

von unseren Sünden

geistlich gewaschen sind,

wie wir mit dem leiblichen Wasser

gewaschen werden.

Frage 74

Soll man auch die kleinen Kinder taufen?

Ja;

denn sie gehören ebenso wie die Erwachsenen

in den Bund Gottes und seine Gemeinde. Auch ihnen wird,

nicht weniger als den Erwachsenen,

in dem Blut Christi

die Erlösung von den Sünden und der Heilige Geist,

der den Glauben wirkt, zugesagt. Darum sollen auch die Kinder

durch die Taufe, das Zeichen des Bundes,

in die christliche Kirche

als Glieder eingefügt

und von den Kindern der Ungläubigen

unterschieden werden, wie es im Alten Testament

durch die Beschneidung geschehen ist, an deren Stelle im Neuen Testament

die Taufe eingesetzt wurde. Vom Heiligen Abendmahl Jesu Christi

28. Thema der Woche :

Frage 75

Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und gewiß gemacht, daß du an dem einzigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken. Dabei hat er verheilen Erstens,

daß sein Leib so gewiß

für mich am Kreuz geopfert und gebrochen

und sein Blut für mich vergossen ist,

wie ich mit Augen sehe,

daß das Brot des Herrn mir gebrochen

und der Kelch mir gegeben wird.

Zweitens,

daß er selbst meine Seele

mit seinem gekreuzigten Leib

und vergessenen Blut

so gewiß zum ewigen Leben

speist und tränkt,

wie ich aus der Hand des Dieners empfange

und leiblich genieße

das Brot und den Kelch des Herrn,

welche mir als gewisse Wahrzeichen

des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.

Frage 76

Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergessenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein,

mit gläubigem Herzen

das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen

und dadurch Vergebung der Sünde

und ewiges Leben empfangen, sondern auch,

durch den Heiligen Geist,

der zugleich in Christus und in uns wohnt,

mit seinem verherrlichten Leib mehr und mehr vereinigt werden,

so daß,

obgleich er im Himmel ist und wir auf Erden sind, wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist

ewig leben und regiert werden.

Frage 77

Wo hat Christus verheißen, daß er die Gläubigen so gewiß mit seinem Leib und Blut speist und tränkt, wie sie von diesem gebrochenem Brot essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des Abendmahls: »Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach:

(Nehmet, esset,) das ist mein Leib,

der für euch gegeben wird;

das tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch

nach dem Mahl und sprach:

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;

das tut, sooft ihr daraus trinket,

zu meinem Gedächtnis.

Denn sooft ihr von diesem Brot eßt

und aus dem Kelch trinkt,

verkündigt ihr den Tod des Herrn,

bis er kommt.«

Diese Verheißung wiederholt der Apostel Paulus, wenn er sagt:

»Der gesegnete Kelch, den wir segnen,

ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi?

Das Brot, das wir brechen,

ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?

Denn e i n Brot ist's: so sind wir viele e i n Leib,

weil wir alle an e i n e m Brot teilhaben.«

29. Thema der Woche :

Frage 78

Werden denn Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt?

Nein.

Wie das Wasser bei der Taufe

nicht in das Blut Christi verwandelt wird

oder selbst die Sünden abwäscht,

sondern Gottes Wahrzeichen

und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl

nicht der Leib Christi, auch wenn es in den Worten,

die beim Abendmahl gebraucht werden,

als der Leib Christi bezeichnet wird.

Frage 79

Warum nennt denn Christus das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut oder nennt den Kelch den neuen Bund in seinem Blut, und warum spricht Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet so nicht ohne große Ursache.

Er will uns damit lehren:

Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten,

so sind sein gekreuzigter Leib

und sein vergessenes Blut

die wahre Speise und der wahre Trank

unserer Seele zum ewigen Leben. Darüberhinaus will er uns

durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiß machen,

daß wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist

an seinem Leib und Blut Anteil bekommen,

wie wir diese heiligen Wahrzeichen

mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis

empfangen. All sein Leiden und sein Gehorsam

sind uns so gewiß zugeeignet,

als hätten wir selbst

das alles gelitten und vollbracht.

30. Thema der Woche :

Frage 80

Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeugt uns,

daß wir vollkommene Vergebung

aller unserer Sünden haben

durch das einmalige Opfer Jesu Christi,

das er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat, und daß wir durch den Heiligen Geist Christus werden eingeleibt, der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist und daselbst will angebetet werden. Die Messe aber lehrt, daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi

Vergebung der Sünden haben,

es sei denn,

daß Christus noch täglich

für sie von den Meßpriestern geopfert werde,

und daß Christus leiblich

unter der Gestalt des Brotes und Weines sei

und deshalb darin soll angebetet werden.

Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes

als eine Verleugnung des einzigen Opfers

und Leidens Jesu Christi

und eine vermaledeite Abgötterei.*

*Das Moderamen des Reformierten Bundes hat hierzu erklärt:

Diese Verwerfung wurde vor 400 Jahren formuliert; sie läßt sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten: Die Polemik gegen die Wiederholung des einmaligen Opfers Christi am Kreuz und die Anbetung der Elemente (Brot und Wein) wird dem nicht gerecht, was im ökumenischen Gespräch inzwischen an Verständigung erreicht werden konnte. Der bleibende Lehrunterschied besteht darin, daß die Eucharistie in der römisch-katholischen Kirche als »Opfer«, das Abendmahl im evangelischen Gottesdienst als »Mahlfeier« begriffen wird; doch sollte sich dieser Unterschied nicht kirchentrennend auswirken.

Frage 81

Welche Menschen sollen zum Tisch des Herrn kommen?

Alle, die sich selbst

um ihrer Sünde willen mißfallen

und doch vertrauen,

daß Gott sie ihnen vergeben hat

und daß auch die bleibende Schwachheit

mit dem Leiden und Sterben Christi zugedeckt ist,

die aber auch begehren,

mehr und mehr ihren Glauben zu stärken

und ihr Leben zu bessern.

Wer aber unbußfertig und heuchlerisch

zum Abendmahl kommt,

ißt und trinkt sich selbst zum Gericht.

Frage 82

Dürfen aber zum heiligen Abendmahl auch solche zugelassen werden, die sich in ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erweisen?

Nein; denn sonst wird der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde erregt. Darum muß die christliche Kirche nach der Ordnung Christi und seiner Apostel

solche durch das Amt der Schlüssel ausschließen,

bis sie ihr Leben bessern.

31. Thema der Woche :

Frage 83

Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums

und die christliche Bußzucht.

Durch diese beiden wird das Himmelreich

den Gläubigen aufgeschlossen, den Ungläubigen aber zugeschlossen.

Frage 84

Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Nach dem Befehl Christi wird

allen Gläubigen verkündigt

und öffentlich bezeugt,

daß ihnen alle ihre Sünden von Gott

um des Verdienstes Christi willen

wahrhaftig vergeben sind,

sooft sie den Zuspruch des Evangeliums

mit wahrem Glauben annehmen.

Dagegen wird allen,

die den Glauben verwerfen

oder heucheln,

öffentlich bezeugt,

daß der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, solange sie sich nicht bekehren.

Nach diesem Zeugnis des Evangeliums

will Gott in diesem und im zukünftigen Leben

urteilen.

Frage 85

Wie wird das Himmelreich durch die christliche Bußzucht zu- und aufgeschlossen?

Nach dem Befehl Christi werden alle,

die sich Christen nennen,

aber unchristlich lehren oder leben,

mehrmals seelsorgerlich vermahnt.

Wenn sie von ihren Irrtümern und Lastern

nicht ablassen,

werden sie der Gemeinde

oder den von ihr Beauftragten

namhaft gemacht.

Wenn sie auch deren Vermahnung

nicht folgen,

werden sie von diesen

durch Versagung der heiligen Sakramente

aus der christlichen Gemeinde

und von Gott selber aus dem Reich Christi ausgeschlossen.

Jedoch werden sie

als Glieder Christi und der Kirche wieder angenommen, wenn sie wahre Besserung versprechen und zeigen.

Der dritte Teil: Von der Dankbarkeit

32. Thema der Woche :

Frage 86

Da wir nun aus unserm Elend ganz ohne unser Verdienst aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

Wir sollen gute Werke tun,

weil Christus,

nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat,

uns auch durch seinen Heiligen Geist

erneuert zu seinem Ebenbild,

damit wir mit unserem ganzen Leben

uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erweisen und er durch uns gepriesen wird. Danach auch, daß wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiß werden und mit einem Leben, das Gott gefällt, unsern Nächsten auch für Christus gewinnen.

Frage 87

Können denn auch die selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Leben nicht zu Gott bekehren ?

Keineswegs;

denn die Schrift sagt:

kein Unzüchtiger, Götzendiener, Ehebrecher,

Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes erben.

33. Thema der Woche :

Frage 88

Worin besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

Im Absterben des alten Menschen und im Auferstehen des neuen Menschen.

Frage 89

Was heißt Absterben des alten Menschen?

Sich die Sünde

von Herzen leid sein lassen

und sie je länger je mehr

hassen und fliehen.

Frage 90

Was heißt Auferstehen des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christus haben und Lust und Liebe,

nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.

Frage 91

Was sind denn gute Werke?

Allein solche, die aus wahrem Glauben nach dem Gesetz Gottes ihm zur Ehre geschehen, und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind.

Frage 92

Wie lautet das Gesetz des HERRN?

»Gott redete alle diese Worte:

Das 1. Gebot

Ich bin der HERR, dein Gott,

der ich dich aus Ägyptenland,

aus der Knechtschaft geführt habe.

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das 2. Gebot

Du sollst dir kein Bildnis

noch irgendein Gleichnis machen,

weder von dem, was oben im Himmel,

noch von dem, was unten auf Erden,

noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:

Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.

Denn ich, der HERR, dein Gott,

bin ein eifernder Gott,

der die Missetat der Väter heimsucht

bis ins dritte und vierte Glied

an den Kindern derer, die mich hassen,

aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden,

die mich lieben und meine Gebote halten.

Das 3.Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes,

nicht mißbrauchen;

denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen,

der seinen Namen mißbraucht.

Das 4. Gebot

Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.

Sechs Tage sollst du arbeiten

und alle deine Werke tun.

Aber am siebenten Tag

ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes.

Da sollst du keine Arbeit tun,

auch nicht dein Sohn, deine Tochter,

dein Knecht, deine Magd, dein Vieh,

auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.

Denn in sechs Tagen hat der HERR

Himmel und Erde gemacht,

und das Meer und alles, was darinnen ist,

und ruhte am siebenten Tage.

Darum segnete der HERR den Sabbattag

und heiligte ihn.

Das 5. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf daß du lange lebest in dem Lande,

das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Das 6. Gebot

Du sollst nicht töten.

Das 7. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Das 8. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Das 9. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden

wider deinen Nächsten.

10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,

Knecht, Magd, Rind, Esel,

noch alles,

was dein Nächster hat.«

34. Thema der Woche :

Frage 93

Wie werden diese Gebote eingeteilt?

In zwei Tafeln:

Die erste Tafel lehrt in vier Geboten, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen, die zweite in sechs Geboten,

was wir unserm Nächsten schuldig sind.

Frage 94

Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Gott will, daß ich allen Götzendienst, alle Zauberei und Wahrsagerei,

allen Aberglauben,

auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe meide und fliehe,

damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit

nicht verliere.

Stattdessen soll ich

den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren, so daß ich eher alle Geschöpfe preisgebe, als im Geringsten gegen seinen Willen handle.

Frage 95

Was ist Götzendienst?

Anstelle des einen wahren Gottes,

der sich in seinem Wort offenbart hat, oder neben ihm irgendetwas anderes ersinnen oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt.

35. Thema der Woche :

Frage 96

Was will Gott im zweiten Gebot?

Gott will, daß wir ihn in keiner Weise abbilden, noch ihn auf irgendeine andere Art verehren, als er es in seinem Wort befohlen hat.

Frage 97

Darf man denn gar kein Bild machen?

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden.

Die Geschöpfe dürfen abgebildet werden,

aber Gott verbietet, Bilder von ihnen zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder ihm damit zu dienen.

Frage 98

Dürfen denn nicht die Bilder

als »der Laien Bücher«

in den Kirchen geduldet werden?

Nein-

denn wir sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.

36. Thema der Woche :

Frage 99

Was will Gott im dritten Gebot?

Gott will,

daß wir weder mit Fluchen oder mit falschem Eid, noch mit unnötigem Schwören seinen Namen lästern oder mißbrauchen.

Wir sollen uns auch nicht

durch unser Stillschweigen und Zusehen

an solchen schrecklichen Sünden

mitschuldig machen.

Gottes heiligen Namen sollen wir

nur mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen, so daß er von uns recht bekannt, angerufen und in allen unseren Worten und Werken gepriesen wird.

Frage 100

Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, daß Gott auch über die zürnt. die nicht alles tun, um es zu verhindern?

Ja; denn es gibt keine Sünde, die größer ist

und Gott heftiger erzürnt,

als die Lästerung seines Namens.

Darum hat er auch befohlen,

sie mit dem Tode zu bestrafen.

37. Thema der Woche :

Frage 101

Darf man aber Oberhaupt bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja, wenn es die Obrigkeit fordert

oder die Not es gebietet,

auf diese Weise Treue und Wahrheit

zu Gottes Ehre und des Nächsten Wohl

zu erhalten und zu fördern.

Denn solches Schwören ist in Gottes Wort begründet. Deshalb haben die Menschen im Alten und Neuen Testament zu Recht davon Gebrauch gemacht.

Frage 102

Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Geschöpfen schwören ?

Nein; denn in einem rechtmäßigen Eid

rufe ich Gott selbst zum Zeugen an,

daß er, der allein die Herzen kennt,

die Wahrheit bestätige und mich strafe, wenn ich falsch schwöre.

Diese Ehre aber gebührt keinem Geschöpf

38. Thema der Woche :

Frage 103

Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will zum einen,

daß das Predigtamt und die christliche Unterweisung erhalten bleiben und daß ich, besonders am Feiertag,

zu der Gemeinde Gottes fleißig komme. Dort soll ich Gottes Wort lernen,

die heiligen Sakramente gebrauchen, den Herrn öffentlich anrufen und in christlicher Nächstenliebe

für Bedürftige spenden. Zum andern soll ich an allen Tagen meines Lebens

von meinen bösen Werken feiern*

und den Herrn durch seinen Geist

in mir wirken lassen.

So fange ich den ewigen Sabbat

schon in diesem Leben an. * »feiern« = ablassen

39. Thema der Woche :

Frage 104

Was will Gott im fünften Gebot?

Ich soll meinem Vater und meiner Mutter

und allen, die mir vorgesetzt sind,

alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen, auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben, weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.

40. Thema der Woche :

Frage 105

Was will Gott im sechsten Gebot?

Ich soll meinen Nächsten

weder mit Gedanken

noch mit Worten oder Gebärden,

erst recht nicht mit der Tat

auch nicht mit Hilfe anderer, schmähen, hassen, beleidigen oder töten. Ich soll vielmehr alle Rachgier ablegen, mir auch nicht selbst Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben. Darum hat auch der Staat den Auftrag,

durch seine Rechtsordnung das Töten zu verhindern.

Frage 106

Redet denn dieses Gebot nur vom Töten?

Nein.

Gott will uns

durch das Verbot des Tötens lehren,

daß er schon die Wurzel des Tötens, nämlich Neid, Haß, Zorn und Rachgier haßt und daß alles für ihn

heimliches Töten ist.

Frage 107

Haben wir das Gebot schon erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein. Indem Gott

Neid, Haß und Zorn verdammt, will er,

daß wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst, ihm Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und Freundlichkeit erweisen, Schaden, so viel uns möglich,

von ihm abwenden,

und auch unseren Feinden Gutes tun.

41. Thema der Woche :

Frage 108

Was will Gott im siebenten Gebot?

Gott verurteilt alle Zügellosigkeit. Darum sollen wir ihr von Herzen feind sein und rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt leben, sei es nun in der Ehe oder außerhalb derselben.

Frage 109

Verbietet Gott in diesem Gebot

allein den Ehebruch?

Nein.

Weil beide, unser Leib und unsere Seele,

Tempel des Heiligen Geistes sind,

darum will Gott, daß wir beide

rein und heilig bewahren. Er verbietet deshalb alle zügellosen Taten, Gebärden, Worte, Gedanken, Begierden und alles, was den Menschen dazu reizen kann.

42. Thema der Woche :

Frage 110

Was verbietet Gott im achten Gebot?

Gott verbietet nicht nur Diebstahl und Raub, die nach staatlichem Recht bestraft werden.

Er nennt Diebstahl

auch alle Schliche und betrügerischen Handlungen,

womit wir versuchen,

unseres Nächsten Gut an uns zu bringen,

sei es mit Gewalt oder einem Schein des Rechts: mit falschem Gewicht und Maß, mit schlechter Ware, gefälschtem Geld und Wucher, oder mit irgendeinem Mittel,

das von Gott verboten ist.

Er verbietet auch allen Geiz und alle Verschwendung seiner Gaben.

Frage 111

Was gebietet dir aber Gott

in diesem Gebot?

Ich soll das Wohl meines Nächsten fördern,

wo ich nur kann,

und an ihm so handeln, wie ich möchte, daß man an mir handelt.

Auch soll ich gewissenhaft arbeiten,

damit ich dem Bedürftigen

in seiner Not helfen kann.

43. Thema der Woche :

Frage 112

Was will Gott im neunten Gebot?

Ich soll

gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen,

nicht hinter seinem Rücken reden

und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig

verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen

als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun

soll ich die Wahrheit lieben,

sie aufrichtig sagen und bekennen

und auch meines Nächsten Ehre

und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

44. Thema der Woche :

Frage 113

Was will Gott im zehnten Gebot?

Wir sollen in unserem Herzen

keine Lust und keinen Gedanken

aufkommen lassen,

gegen irgendein Gebot Gottes zu handeln,

sondern wir sollen jederzeit

von ganzem Herzen aller Sünde feind sein

und Lust zu aller Gerechtigkeit haben.

Frage 114

Können aber die zu Gott Bekehrten diese Gebote vollkommen halten?

Nein,

sondern es kommen

auch die frömmsten Menschen

in diesem Leben

über einen geringen Anfang dieses Gehorsams nicht hinaus. Wohl aber beginnen sie,

mit fester Absicht

nicht nur nach einigen,

sondern nach allen Geboten Gottes

zu leben.

Frage 115

Warum läßt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?

Erstens

sollen wir unser ganzes Leben lang

unsere sündige Art

je länger, je mehr erkennen und um so begieriger

Vergebung der Sünden

und Gerechtigkeit in Christus suchen. Zweitens

sollen wir unaufhörlich uns bemühen

und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten,

daß wir je länger, je mehr

zum Ebenbild Gottes erneuert werden,

bis wir nach diesem Leben das Ziel der Vollkommenheit erreichen. Vom Gebet

45. Thema der Woche :

Frage 116

Warum ist den Christen das Gebet nötig?

Weil es die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit ist,

die Gott von uns fordert, und weil Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist

nur denen geben will,

die ihn herzlich und unaufhörlich darum bitten und ihm dafür danken.

Frage 117

Was gehört zu einem Gebet, damit es Gott gefällt und von ihm erhört wird?

Erstens,

daß wir allein den wahren Gott,

der sich uns in seinem Wort geoffenbart hat, von Herzen anrufen um alles, was er uns zu bitten befohlen hat. Zweitens,

daß wir unsere Not und unser Elend

gründlich erkennen, um uns vor seinem göttlichen Angesicht zu demütigen. Drittens,

daß wir diesen festen Grund haben, daß er unser Gebet trotz unserer Unwürdigkeit

um des Herrn Christus willen gewiß erhören will, wie er uns in seinem Wort verheilen hat.

Frage 118

Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?

Alles, was wir

für unser geistliches

und leibliches Leben

nötig haben, wie es der Herr Christus

in dem Gebet zusammengefaßt hat,

das er uns selber lehrt.

Frage 119

Wie lautet dieses Gebet?

Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit

Amen.

46. Thema der Woche :

Frage 120

Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?

Er will in uns gleich zu Anfang unseres Gebetes

die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht

Gott gegenüber wecken,

auf die unser Gebet gegründet sein soll;

daß nämlich Gott

durch Christus unser Vater geworden ist

und uns das, worum wir ihn im Glauben bitten,

noch viel weniger verweigern will, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen. Frage 121

Warum wird hinzugefügt:

»im Himmel«?

Wir sollen von der himmlischen Hoheit Gottes

nichts Irdisches denken und von seiner Allmacht alles erwarten, was für Leib und Seele nötig ist.

47. Thema der Woche :

Frage 122

Was bedeutet die erste Bitte: »Geheiligt werde dein Name«?

Damit beten wir: Gib uns zuerst, daß wir dich recht erkennen und dich heiligen, rühmen und preisen

in allen deinen Werken,

in denen deine Allmacht, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit leuchten. Gib uns auch, daß wir unser ganzes Leben,

unsere Gedanken, Worte und Werke darauf richten,

daß dein Name unsertwegen nicht gelästert,

sondern geehrt und gepriesen werde.

48. Thema der Woche :

Frage 123

Was bedeutet die zweite Bitte: »Dein Reich komme«?

Damit beten wir:

Regiere uns durch dein Wort und deinen Geist, daß wir dir je länger, je mehr gehorchen. Erhalte und mehre deine Kirche und zerstöre die Werke des Teufels

und alle Gewalt, die sich gegen dich erhebt,

und alle Machenschaften, die gegen dein heiliges Wort erdacht werden, bis die Vollendung deines Reiches kommt, in dem du alles in allen sein wirst.

49. Thema der Woche :

Frage 124

Was bedeutet die dritte Bitte: »Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden«?

Damit beten wir:

Hilf, daß wir und alle Menschen

unserm eigenen Willen absagen und deinem allein guten Willen

ohne alles Widersprechen gehorchen, so daß jeder seine irdischen Aufgaben

so willig und treu ausübt wie die Engel im Himmel.

50. Thema der Woche :

Frage 125

Was bedeutet die vierte Bitte: »Unser tägliches Brot gib uns heute«?

Damit beten wir:

Versorge uns mit allem, was für Leib und Leben nötig ist. Lehre uns dadurch erkennen,

daß du allein der Ursprung alles Guten bist und daß ohne deinen Segen

unsere Sorgen und unsere Arbeit wie auch deine Gaben uns nichts nützen. Laß uns deshalb unser Vertrauen

von allen Geschöpfen abwenden

und es allein auf dich setzen.

51. Thema der Woche :

Frage 126

Was bedeutet die fünfte Bitte: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern«?

Damit beten wir:

Rechne uns armen Sündern

alle unsere Missetat und das Böse, das uns immer noch anhängt, um des Blutes Christi willen nicht zu,

wie auch wir es als Zeugnis deiner Gnade

in uns finden,

unserem Nächsten von Herzen verzeihen zu wollen.

52. Thema der Woche :

Frage 127

Was bedeutet die sechste Bitte: »Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen«?

Damit beten wir:

Aus uns selbst sind wir so schwach,

daß wir nicht einen Augenblick bestehen können. Auch hören unsere erklärten Feinde, der Teufel, die Welt

und unser eigenes Wesen, nicht auf, uns anzufechten. Darum erhalte und stärke uns

durch die Kraft deines Heiligen Geistes,

daß wir ihnen fest widerstehen und in diesem geistlichen Streit nicht unterliegen, bis wir endlich den völligen Sieg

davontragen.

Frage 128

Wie beschließt du dieses Gebet?

»Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit«.

Damit beten wir:

Dies alles erbitten wir darum von dir,

weil du als unser König und aller Dinge mächtig uns alles Gute geben willst und kannst, und daß dadurch nicht wir,

sondern dein heiliger Name

ewig gepriesen werde.

Frage 129

Was bedeutet das Wort: »Amen«?

Amen heißt:

Das ist wahr und gewiß!

Denn mein Gebet

ist von Gott viel gewisser erhört,

als ich in meinem Herzen fühle, daß ich dies alles von ihm begehre.


Der Heidelberger Katechismus
(Text in der vom Moderamen des Reformierten Bundes autorisierten Fassung von 1994)

1. Thema der Woche :

Frage 1

Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre. Er hat mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst; und er bewahrt mich so, daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja, daß mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß. Darum macht er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiß und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben.

Ältere Fassung:

Was ist dein einiger Trost

im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele

beides, im Leben und im Sterben,

nicht mein, sondern meines getreuen Heilands

Jesu Christi

eigen bin,

der mit seinem teuren Blut

für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlt

und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst hat

und also bewahrt,

daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel

kein Haar von meinem Haupt kann fallen,

ja auch mir alles

zu meiner Seligkeit dienen muß.

Darum er mich auch durch seinen Heiligen Geist

des ewigen Lebens versichert

und ihm forthin zu leben

von Herzen willig und bereit macht.

Frage 2

Was mußt du wissen, damit du in diesem Trost selig leben und sterben kannst?

Erstens: Wie groß meine Sünde und Elend ist Zweitens:

Wie ich von allen meinen Sünden und Elend

erlöst werde. Drittens: Wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.

Der erste Teil: Von den Menschen Elend

2. Thema der Woche :

Frage 3

Woher erkennst du dein Elend?

Aus dem Gesetz Gottes.

Frage 4

Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?

Dies lehrt uns Christus

mit folgenden Worten: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,

von ganzer Seele

und von ganzem Gemüt.

Dies ist das höchste und größte Gebot.

Das andere aber ist dem gleich:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

In diesen beiden Geboten

hängt das ganze Gesetz und die Propheten.«

Frage 5

Kannst du das alles vollkommen halten?

Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.

3. Thema der Woche :

Frage 6

Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein. Gott hat den Menschen gut

und nach seinem Ebenbild erschaffen,

das bedeutet: wahrhaft gerecht und heilig,

damit er Gott, seinen Schöpfer,

recht erkenne,

von Herzen liebe

und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.

Frage 7

Woher kommt denn diese böse und verkehrte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam

unserer ersten Eltern Adam und Eva im Paradies. Da ist unsere Natur so vergiftet worden,

daß wir alle von Anfang an Sünder sind.

Frage 8

Sind wir aber so böse und verkehrt, daß wir ganz und gar unfähig sind zu irgendeinem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja, es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden.

4. Thema der Woche :

Frage 9

Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht,wenn er in seinem Gesetz etwas fordert,was der Mensch nicht tun kann?

Nein, sondern Gott hat den Menschen so erschaffen,

daß er es tun konnte.

Der Mensch aber, vom Teufel angestiftet, hat sich und alle seine Nachkommen

durch mutwilligen Ungehorsam

der Gabe Gottes beraubt.

Frage 10

Will Gott diesen Ungehorsam ungestraft lassen?

Nein, sondern er zürnt schrecklich über die sündige Art des Menschen

und seine sündigen Taten.

Beides will er nach seinem gerechten Urteil

schon jetzt und ewig strafen,

wie er gesprochen hat:

»Verflucht sei jeder,

der nicht bleibt bei alledem,

was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes,

daß er's tue!«

Frage 11

Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig, er ist aber auch gerecht. Deshalb fordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, die Gottes Ehre und Hoheit antastet,

mit der höchsten,

nämlich der ewigen Strafe

an Leib und Seele gestraft wird.

Der zweite Teil: Von des Menschen Erlösung

5. Thema der Woche :

Frage 12

Wenn wir also nach dem gerechten Urteil Gottes schon jetzt und ewig Strafe verdient haben, wie können wir dieser Strafe entgehen und wieder Gottes Gnade erlangen?

Gott will zu seinem Recht kommen, darum müssen wir für unsere Schuld

entweder selbst

oder durch einen anderen vollkommen bezahlen.

Frage 13

Können wir aber selbst für unsere Schuld bezahlen?

Nein, sondern wir machen sogar

die Schuld noch täglich größer.

Frage 14

Kann aber irgendein Geschöpf für uns bezahlen?

Nein,

denn erstens will Gott

an keinem anderen Geschöpf strafen, was der Mensch verschuldet hat.

Zweitens kann kein Geschöpf

die Last des ewigen Zornes Gottes

gegen die Sünde ertragen

und andere davon erlösen.

Frage 15

Was für einen Mittler und Erlöser müssen wir denn suchen?

Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch und doch stärker als alle Geschöpfe, also auch wahrer Gott ist.

6. Thema der Woche :

Frage 16

Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Die Sünde wird von den Menschen begangen,

darum verlangt Gottes Gerechtigkeit daß ein Mensch für die Sünde bezahlt,

wer aber selbst ein Sünder ist,

kann nicht für andere bezahlen.

Frage 17

Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist, kann ein Mensch die Last des Zornes Gottes ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.

Frage 18

Wer ist denn dieser Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Unser HERR Jesus Christus, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit

geschenkt ist.

Frage 19

Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelium.

Gott selbst hat es zuerst im Paradies offenbart,

dann durch die heiligen Erzväter

und Propheten verkündigen lassen

und durch die Opfer

und andere Bräuche des Gesetzes

vorgebildet, zuletzt aber durch seinen einzig geliebten Sohn

erfüllt.

7. Thema der Woche :

Frage 20

Werden denn alle Menschen wieder durch Christus gerettet, so wie sie durch Adam verloren gegangen sind?

Nein,

sondern nur diejenigen, die durch wahren Glauben seinem Leib als Glieder eingefügt werden und alle seine Wohltaten annehmen.

Frage 21

Was ist wahrer Glaube?

Wahrer Glaube ist nicht allein

eine zuverlässige Erkenntnis,

durch welche ich alles für wahr halte,

was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium in mir wirkt, daß nicht allein anderen, sondern auch mir

Vergebung der Sünden,

ewige Gerechtigkeit und Seligkeit

von Gott geschenkt ist, aus lauter Gnade,

allein um des Verdienstes Christi willen.

Frage 22

Was ist für einen Christen notwendig zu glauben?

Alles, was uns im Evangelium zugesagt wird,

wie es uns unser allgemeines, wahrhaftiges, christliches Glaubensbekenntnis zusammengefaßt lehrt.

Frage 23

Wie lautet dieses Glaubensbekenntnis?

Ökumenische Fassung:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige allgemeine christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Die Erklärungen des Heidelberger Katechismus folgen einer älteren Fassung des Glaubensbekenntnisses:

Ich glaube an Gott Vater,

den Allmächtigen,

Schöpfer Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn,

unseren Herrn,

der empfangen ist von dem Heiligen Geist,

geboren aus Maria der Jungfrau,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

abgestiegen zu der Hölle,

am dritten Tage wider auferstanden von den Toten,

aufgefahren gen Himmel,

sitzet zu der Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dannen er kommen wird,

zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

eine heilige allgemeine christliche Kirche,

die Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung des Fleisches

und ein ewiges Leben.

8. Thema der Woche :

Frage 24

Wie wird das Glaubensbekenntnis eingeteilt?

In drei Teile:

der erste handelt von Gott dem Vater

und unserer Erschaffung;

der zweite von Gott dem Sohn

und unserer Erlösung;

der dritte von Gott dem Heiligen Geist

und unserer Heiligung.

Frage 25

Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wo doch Gott nur einer ist?

Weil Gott sich in seinem Wort so offenbart hat, daß diese drei Personen unterschieden und doch der eine, wahre und ewige Gott sind.

9. Thema der Woche :

Frage 26

Was glaubst du, wenn du sprichst: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde«?

Ich glaube, daß der ewige Vater

unsers Herrn Jesus Christus

um seines Sohnes willen mein Gott und mein Vater ist. Er hat Himmel und Erde

mit allem, was darin ist,

aus nichts erschaffen und erhält und regiert sie noch immer

durch seinen ewigen Rat und seine Vorsehung. Auf ihn vertraue ich und zweifle nicht, daß er mich mit allem versorgt, was ich für Leib und Seele nötig habe, und auch alle Lasten,

die er mir in diesem Leben auferlegt,

mir zum Besten wendet. Er kann es tun als ein allmächtiger Gott und will es auch tun als ein getreuer Vater.

10. Thema der Woche :

Frage 27

Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes,

durch die er Himmel und Erde

mit allen Geschöpfen wie durch seine Hand

noch erhält und so regiert,

daß Laub und Gras,

Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken, Gesundheit und Krankheit,

Reichtum und Armut

und alles andere

uns nicht durch Zufall,

sondern aus seiner väterlichen Hand

zukommt.

Frage 28

Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Gott will damit,

daß wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar und auf die Zukunft hin voller Vertrauen zu unserem treuen Gott und Vater sind,

daß uns nichts

von seiner Liebe scheiden wird, weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind,

daß sie sich ohne seinen Willen weder regen noch bewegen können.

11. Thema der Woche :

Frage 29

Warum wird der Sohn Gottes Jesus, das heißt »Heiland«, genannt?

Weil er uns heilt von unseren Sünden, und weil bei keinem anderen

ein solches Heil zu suchen noch zu finden ist.

Frage 30

Glauben denn auch die an den einzigen Heiland Jesus, die Heil und Seligkeit

bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen?

Nein.

Sie rühmen sich zwar seiner mit Worten, verleugnen ihn aber mit der Tat. Denn entweder ist Jesus

kein vollkommener Heiland

oder er ist denen,

die ihn mit wahrem Glauben annehmen, alles,

was zu ihrer Seligkeit nötig ist.

12. Thema der Woche :

Frage 31

Warum wird er Christus, das heißt »Gesalbter«, genannt?

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt

und mit dem Heiligen Geist gesalbt zu unserem obersten Propheten und Lehrer, der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung

vollkommen offenbart, und zu unserem einzigen Hohenpriester,

der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibes erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte

vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen König,

der uns mit seinem Wort und Geist regiert

und bei der erworbenen Erlösung schützt und erhält. Frage 32

Warum wirst aber du ein

Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin und dadurch an seiner

Salbung Anteil habe,

damit auch ich seinen

Namen bekenne, mich ihm

zu einem lebendigen Dankopfer hingebe und mit freiem Gewissen in diesem Leben

gegen die Sünde und den Teufel streite und hernach in Ewigkeit

mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.

13. Thema der Woche :

Frage 33

Warum heißt Jesus Christus »Gottes eingeborener Sohn«, da doch auch wir Kinder Gottes sind?

Christus allein ist von Ewigkeit her

seinem Wesen nach der Sohn Gottes. Wir aber sind um seinetwillen aus Gnade als Kinder Gottes angenommen.

Frage 34

Warum nennst du ihn »unseren Herrn«?

Er hat uns mit Leib und Seele

von der Sünde

und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erlöst und erkauft, nicht mit Gold oder Silber

sondern mit seinem teuren Blut,

indem er sein Leben für uns gab.

14. Thema der Woche :

Frage 35

Was bedeutet: »Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria«?

Der ewige Sohn Gottes,

der wahrer und ewiger Gott

ist und bleibt, hat durch Wirkung des Heiligen Geistes

wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut

der Jungfrau Maria angenommen, so daß er auch

der wahre Nachkomme Davids ist, seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.

Frage 36

Was nützt es dir, daß er durch den Heiligen Geist empfangen und von derJungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler, und er bedeckt vor Gottes Angesicht mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.

15. Thema der Woche :

Frage 37

Was verstehst du unter dem Wort »gelitten«?

Jesus Christus hat an Leib und Seele

die ganze Zeit seines Lebens auf Erden,

besonders aber an dessen Ende,

den Zorn Gottes über die Sünde des ganzen Menschengeschlechts getragen.

Mit seinem Leiden als dem einmaligen Sühnopfer hat er unseren Leib und unsere Seele

von der ewigen Verdammnis erlöst

und uns Gottes Gnade,

Gerechtigkeit und ewiges Leben

erworben.

Frage 38

Warum hat er unter dem Richter Pontius Pilatus gelitten ?

Er wurde unschuldig vom weltlichen Richter verurteilt und hat uns dadurch

von Gottes strengem Urteil,

das über uns ergehen sollte, befreit.

Frage 39

Bedeutet sein Tod am Kreuz mehr,

als wenn er eines anderen Todes gestorben wäre?

Ja,

denn dadurch bin ich gewiß,

daß er den Fluch, der auf mir lag,

auf sich genommen hat, weil der Tod am Kreuz von Gott verflucht war.

16. Thema der Woche :

Frage 40

Warum hat Christus den Tod erleiden müssen?

Um der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes willen konnte für unsere Sünde nicht anders bezahlt werden

als durch den Tod des Sohnes Gottes.

Frage 41

Warum ist er begraben worden?

Damit wird bezeugt, daß er wirklich gestorben ist.

Frage 42

Warum müssen wir noch sterben,

obwohl Christus für uns gestorben ist?

Unser Tod

ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde,

sondern nur ein Absterben der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.

Frage 43

Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz?

Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben, damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht, sondern wir uns ihm

zu einem lebendigen Dankopfer

hingeben.

Frage 44

Warum folgt »abgestiegen zu der Hölle«?

Damit wird mir zugesagt,

daß ich selbst in meinen schwersten Anfechtungen gewiß sein darf,

daß mein Herr Christus

mich von der höllischen Angst und Pein erlöst hat,

weil er auch an seiner Seele

unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken am Kreuz und schon zuvor erlitten hat.

17. Thema der Woche :

Frage 45

Was nützt uns die Auferstehung Christi?

Erstens:

Christus hat durch seine Auferstehung

den Tod überwunden, um uns an der Gerechtigkeit Anteil zu geben, die er uns durch seinen Tod erworben hat. Zweitens:

Durch seine Kraft werden auch wir schon jetzt erweckt zu einem neuen Leben. Drittens:

Die Auferstehung Christi

ist uns ein verläßliches Pfand unserer seligen Auferstehung.

Frage 46

Wie verstehst du, daß es heißt »aufgefahren in den Himmel«?

Jesus Christus wurde

vor den Augen seiner Jünger

von der Erde zum Vater in den Himmel erhöht und ist dort uns zugut, bis er kommen wird,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Frage 47

Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheilen hat?

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott.

Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht mehr auf der Erde, aber nach seiner Gottheit, Majestät,

Gnade und Geist weicht er niemals von uns.

Frage 48

Werden aber auf diese Weise nicht Gottheit und Menschheit in Christus voneinander getrennt, wenn er nach seiner menschlichen Natur nicht überall ist, wo er nach seiner Gottheit ist?

Nein,

weil die Gottheit unbegreiflich

und überall gegenwärtig ist, folgt daraus,

daß sie wohl außerhalb

ihrer angenommenen menschlichen Natur

und dennoch auch in derselben ist

und in einer Person mit ihr vereinigt bleibt.* *
(Mit dem Wort »unbegreiflich« will der Katechismus nicht sagen, daß man Gott nicht verstehen könne, sondern daß er von keinem Raum umschlossen werden kann. Die Aussage des Katechismus kann auch so formuliert werden:

Weil Gott nach seinem Wesen

von keinem Raum oder Körper umgrenzt wird,

sondern überall gegenwärtig ist,

so ergibt sich,

daß auch Christus nach seiner Gottheit

zugleich in seiner menschlichen Natur

und dennoch auch außerhalb ihrer ist

und deshalb in seiner Person zugleich

ein wahrer und gerechter Mensch

und wahrer Gott ist.)

18. Thema der Woche :

Frage 49

Was nutzt uns die Himmelfahrt Christi?

Erstens:

Er ist im Himmel

vor dem Angesicht seines Vaters

unser Fürsprecher. Zweitens:

Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus

im Himmel die Gewißheit,

daß er als das Haupt uns, seine Glieder,

auch zu sich nehmen wird. Drittens:

Er, sitzend zur Rechten Gottes,

sendet seinen Geist zu uns, der uns die Kraft gibt, zu suchen, was droben ist,

und nicht das, was auf Erden gilt.

Frage 50

Warum wird hinzugefügt

»er sitzt zur Rechten Gottes«?

Christus ist dazu in den Himmel erhöht worden,

daß er sich dort erweise als das Haupt seiner Kirche, durch das der Vater alles regiert.

19. Thema der Woche :

Frage 51

Was nützt uns

diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christus?

Christus teilt uns, seinen Gliedern,

durch seinen Heiligen Geist

die himmlischen Gaben aus. Er schützt und erhält uns mit seiner Macht gegen alle Feinde.

Frage 52

Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, »zu richten die Lebenden und die Toten«?

In aller Trübsal und Verfolgung

darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten, der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt

und alle Verurteilung von mir genommen hat. Er wird alle seine Feinde, die darum auch meine Feinde sind,

in die ewige Verdammnis werfen, mich aber mit allen Auserwählten zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen.

20. Thema der Woche :

Frage 53

Was glaubst du vom Heiligen Geist?

Erstens:

Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn. Zweitens:

Er ist auch mir gegeben und gibt mir durch wahren Glauben

Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten. Er tröstet mich und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.

21. Thema der Woche :

Frage 54

Was glaubst du von der »heiligen allgemeinen christlichen Kirche«?

Ich glaube,

daß der Sohn Gottes aus dem ganzen Menschengeschlecht sich eine auserwählte Gemeinde zum ewigen Leben durch seinen Geist und Wort in Einigkeit des wahren Glaubens von Anbeginn der Welt bis ans Ende versammelt, schützt und erhält und daß auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin und ewig bleiben werde.

Frage 55

Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens:

Alle Glaubenden haben als Glieder

Gemeinschaft an dem Herrn Christus und an allen seinen Schätzen und Gaben. Zweitens:

Darum soll auch jeder seine Gaben

willig und mit Freuden

zum Wohl und Heil der anderen gebrauchen.

Frage 56

Was glaubst du von der »Vergebung der Sünden«?

Gott will um Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündigen Art, mit der ich mein Leben lang zu kämpfen habe, nicht mehr gedenken. Aus Gnade schenkt er mir

die Gerechtigkeit Christi, so daß ich nicht mehr ins Gericht kommen werde.

22. Thema der Woche :

Frage 57

Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?

Nach diesem Leben

werde ich durch die Kraft Christi

auferweckt werden

und zu Christus, meinem Herrn, kommen.

Er wird mir Anteil geben

an seiner Herrlichkeit.*

*(Ältere Fassung:

Was tröstet dich

die Auferstehung des Fleisches?

Daß nicht allein meine Seele

nach diesem Leben

alsbald zu Christus, ihrem Haupt, genommen wird,

sondern auch,

daß dies mein Fleisch,

durch die Kraft Christi auferweckt,

wieder mit meiner Seele vereinigt und dem herrlichen Leibe Christi gleichförmig werden soll.)

Frage 58

Was tröstet dich die Verheißung des ewigen Lebens?

Schon jetzt empfinde ich

den Anfang der ewigen Freude

in meinem Herzen. Nach diesem Leben aber werde ich

vollkommene Seligkeit besitzen,

die kein Auge gesehen

und kein Ohr gehört hat

und in keines Menschen Herz

je gekommen ist, Gott ewiglich darin zu preisen.

23. Thema der Woche :

Frage 59

Was hilft es dir aber nun, wenn du das alles glaubst?

Ich bin dadurch

in Christus vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens.

Frage 60

Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben an Jesus Christus. Zwar klagt mich mein Gewissen an,

daß ich gegen alle Gebote Gottes

schwer gesündigt

und keines je gehalten habe und noch immer zu allem Bösen geneigt bin. Gott aber schenkt mir

ganz ohne mein Verdienst aus lauter Gnade die vollkommene Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi. Er rechnet sie mir an, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht,

den Christus für mich geleistet hat, wenn ich allein diese Wohltat

mit gläubigem Herzen annehme.

Frage 61

Warum sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht bist?

Ich gefalle Gott nicht deswegen,

weil mein Glaube

ein verdienstvolles Werk wäre.

Allein die Genugtuung,

Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi

ist meine Gerechtigkeit vor Gott. Ich kann sie nicht anders

als durch den Glauben

annehmen und mir zueignen.

24. Thema der Woche :

Frage 62

Warum können denn unsere guten Werke uns nicht ganz oder teilweise

vor Gott gerecht machen?

Die Gerechtigkeit,

die vor Gottes Gericht bestehen soll,

muß vollkommen sein

und dem göttlichen Gesetz ganz und gar entsprechen. Aber auch unsere besten Werke

sind in diesem Leben

alle unvollkommen und mit Sünde befleckt.

Frage 63

Verdienen aber unsere guten Werke nichts,

obwohl Gott sie doch

in diesem und dem zukünftigen Leben

belohnen will?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst,

sondern aus Gnade.

Frage 64

Macht aber diese Lehre die Menschen

nicht leichtfertig und gewissenlos?

Nein;

denn es ist unmöglich, daß Menschen,

die Christus

durch wahren Glauben eingepflanzt sind,

nicht Frucht der Dankbarkeit bringen. Von den Heiligen Sakramenten

25. Thema der Woche :

Frage 65

Wenn nun allein der Glaube uns Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten gibt, woher kommt solcher Glaube?

Der Heilige Geist wirkt den Glauben

in unseren Herzen durch die Predigt des heiligen Evangeliums

und bestätigt ihn durch den Gebrauch der heiligen Sakramente.

Frage 66

Was sind Sakramente?

Es sind sichtbare heilige Wahrzeichen und Siegel.

Gott hat sie eingesetzt,

um uns durch ihren Gebrauch

den Zuspruch des Evangeliums

besser verständlich zu machen

und zu versiegeln:

daß er uns auf Grund

des einmaligen Opfers Christi, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.

Frage 67

Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz als den einzigen Grund unserer Seligkeit hinweisen?

Ja;

denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium

und bestätigt durch die heiligen Sakramente,

daß unsere ganze Seligkeit

gegründet ist auf das einmalige Opfer Christi, das für uns am Kreuz geschah.

Frage 68

Wieviel Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?

zwei,

die heilige Taufe

und das heilige Abendmahl.

Von der Heiligen Taufe

26. Thema der Woche :

Frage 69

Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und gewiß gemacht, daß das einmalige Opfer Christi am Kreuz dir zugut kommt?

Christus hat dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheilen, daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden, reingewaschen bin,

wie ich äußerlich durch das Wasser gereinigt werde, das die Unsauberkeit des Leibes hinwegnimmt.

Frage 70

Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt,

Vergebung der Sünde

von Gott aus Gnade haben

um des Blutes Christi willen,

das er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat. Es heißt ferner,

durch den Heiligen Geist erneuert

und zu einem Glied Christi geheiligt sein,

so daß wir je länger je mehr

der Sünde absterben und ein Leben führen, das Gott gefällt.

Frage 71

Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist wie mit dem Taufwasser gewaschen sind?

Bei der Einsetzung der Taufe sagt er:

»Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:

Taufet sie auf den Namen des Vaters

und des Sohnes

und des Heiligen Geistes. »Wer da glaubt und getauft wird,

der wird selig werden;

wer aber nicht glaubt,

der wird verdammt werden.« Diese Verheißung wird dort wiederholt,

wo die Heilige Schrift die Taufe

das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden« nennt.

27. Thema der Woche :

Frage 72

Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?

Nein; denn allein das Blut Jesu Christi und der Heilige Geist

reinigt uns von allen Sünden.

Frage 73

Warum nennt denn der Heilige Geist die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden«?

Gott redet so nicht ohne große Ursache.

Er will uns damit lehren:

Wie die Unsauberkeit des Leibes durch Wasser,

so werden unsere Sünden durch Blut und Geist Christi hinweggenommen. Ja vielmehr:

Er will uns durch dies göttliche Pfand

und Wahrzeichen

gewiß machen,

daß wir so wahrhaftig

von unseren Sünden

geistlich gewaschen sind,

wie wir mit dem leiblichen Wasser

gewaschen werden.

Frage 74

Soll man auch die kleinen Kinder taufen?

Ja;

denn sie gehören ebenso wie die Erwachsenen

in den Bund Gottes und seine Gemeinde. Auch ihnen wird,

nicht weniger als den Erwachsenen,

in dem Blut Christi

die Erlösung von den Sünden und der Heilige Geist,

der den Glauben wirkt, zugesagt. Darum sollen auch die Kinder

durch die Taufe, das Zeichen des Bundes,

in die christliche Kirche

als Glieder eingefügt

und von den Kindern der Ungläubigen

unterschieden werden, wie es im Alten Testament

durch die Beschneidung geschehen ist, an deren Stelle im Neuen Testament

die Taufe eingesetzt wurde. Vom Heiligen Abendmahl Jesu Christi

28. Thema der Woche :

Frage 75

Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und gewiß gemacht, daß du an dem einzigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken. Dabei hat er verheilen Erstens,

daß sein Leib so gewiß

für mich am Kreuz geopfert und gebrochen

und sein Blut für mich vergossen ist,

wie ich mit Augen sehe,

daß das Brot des Herrn mir gebrochen

und der Kelch mir gegeben wird.

Zweitens,

daß er selbst meine Seele

mit seinem gekreuzigten Leib

und vergessenen Blut

so gewiß zum ewigen Leben

speist und tränkt,

wie ich aus der Hand des Dieners empfange

und leiblich genieße

das Brot und den Kelch des Herrn,

welche mir als gewisse Wahrzeichen

des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.

Frage 76

Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergessenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein,

mit gläubigem Herzen

das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen

und dadurch Vergebung der Sünde

und ewiges Leben empfangen, sondern auch,

durch den Heiligen Geist,

der zugleich in Christus und in uns wohnt,

mit seinem verherrlichten Leib mehr und mehr vereinigt werden,

so daß,

obgleich er im Himmel ist und wir auf Erden sind, wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist

ewig leben und regiert werden.

Frage 77

Wo hat Christus verheißen, daß er die Gläubigen so gewiß mit seinem Leib und Blut speist und tränkt, wie sie von diesem gebrochenem Brot essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des Abendmahls: »Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach:

(Nehmet, esset,) das ist mein Leib,

der für euch gegeben wird;

das tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch

nach dem Mahl und sprach:

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;

das tut, sooft ihr daraus trinket,

zu meinem Gedächtnis.

Denn sooft ihr von diesem Brot eßt

und aus dem Kelch trinkt,

verkündigt ihr den Tod des Herrn,

bis er kommt.«

Diese Verheißung wiederholt der Apostel Paulus, wenn er sagt:

»Der gesegnete Kelch, den wir segnen,

ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi?

Das Brot, das wir brechen,

ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?

Denn e i n Brot ist's: so sind wir viele e i n Leib,

weil wir alle an e i n e m Brot teilhaben.«

29. Thema der Woche :

Frage 78

Werden denn Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt?

Nein.

Wie das Wasser bei der Taufe

nicht in das Blut Christi verwandelt wird

oder selbst die Sünden abwäscht,

sondern Gottes Wahrzeichen

und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl

nicht der Leib Christi, auch wenn es in den Worten,

die beim Abendmahl gebraucht werden,

als der Leib Christi bezeichnet wird.

Frage 79

Warum nennt denn Christus das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut oder nennt den Kelch den neuen Bund in seinem Blut, und warum spricht Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet so nicht ohne große Ursache.

Er will uns damit lehren:

Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten,

so sind sein gekreuzigter Leib

und sein vergessenes Blut

die wahre Speise und der wahre Trank

unserer Seele zum ewigen Leben. Darüberhinaus will er uns

durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiß machen,

daß wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist

an seinem Leib und Blut Anteil bekommen,

wie wir diese heiligen Wahrzeichen

mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis

empfangen. All sein Leiden und sein Gehorsam

sind uns so gewiß zugeeignet,

als hätten wir selbst

das alles gelitten und vollbracht.

30. Thema der Woche :

Frage 80

Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeugt uns,

daß wir vollkommene Vergebung

aller unserer Sünden haben

durch das einmalige Opfer Jesu Christi,

das er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat, und daß wir durch den Heiligen Geist Christus werden eingeleibt, der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist und daselbst will angebetet werden. Die Messe aber lehrt, daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi

Vergebung der Sünden haben,

es sei denn,

daß Christus noch täglich

für sie von den Meßpriestern geopfert werde,

und daß Christus leiblich

unter der Gestalt des Brotes und Weines sei

und deshalb darin soll angebetet werden.

Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes

als eine Verleugnung des einzigen Opfers

und Leidens Jesu Christi

und eine vermaledeite Abgötterei.*

*Das Moderamen des Reformierten Bundes hat hierzu erklärt:

Diese Verwerfung wurde vor 400 Jahren formuliert; sie läßt sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten: Die Polemik gegen die Wiederholung des einmaligen Opfers Christi am Kreuz und die Anbetung der Elemente (Brot und Wein) wird dem nicht gerecht, was im ökumenischen Gespräch inzwischen an Verständigung erreicht werden konnte. Der bleibende Lehrunterschied besteht darin, daß die Eucharistie in der römisch-katholischen Kirche als »Opfer«, das Abendmahl im evangelischen Gottesdienst als »Mahlfeier« begriffen wird; doch sollte sich dieser Unterschied nicht kirchentrennend auswirken.

Frage 81

Welche Menschen sollen zum Tisch des Herrn kommen?

Alle, die sich selbst

um ihrer Sünde willen mißfallen

und doch vertrauen,

daß Gott sie ihnen vergeben hat

und daß auch die bleibende Schwachheit

mit dem Leiden und Sterben Christi zugedeckt ist,

die aber auch begehren,

mehr und mehr ihren Glauben zu stärken

und ihr Leben zu bessern.

Wer aber unbußfertig und heuchlerisch

zum Abendmahl kommt,

ißt und trinkt sich selbst zum Gericht.

Frage 82

Dürfen aber zum heiligen Abendmahl auch solche zugelassen werden, die sich in ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erweisen?

Nein; denn sonst wird der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde erregt. Darum muß die christliche Kirche nach der Ordnung Christi und seiner Apostel

solche durch das Amt der Schlüssel ausschließen,

bis sie ihr Leben bessern.

31. Thema der Woche :

Frage 83

Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums

und die christliche Bußzucht.

Durch diese beiden wird das Himmelreich

den Gläubigen aufgeschlossen, den Ungläubigen aber zugeschlossen.

Frage 84

Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Nach dem Befehl Christi wird

allen Gläubigen verkündigt

und öffentlich bezeugt,

daß ihnen alle ihre Sünden von Gott

um des Verdienstes Christi willen

wahrhaftig vergeben sind,

sooft sie den Zuspruch des Evangeliums

mit wahrem Glauben annehmen.

Dagegen wird allen,

die den Glauben verwerfen

oder heucheln,

öffentlich bezeugt,

daß der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, solange sie sich nicht bekehren.

Nach diesem Zeugnis des Evangeliums

will Gott in diesem und im zukünftigen Leben

urteilen.

Frage 85

Wie wird das Himmelreich durch die christliche Bußzucht zu- und aufgeschlossen?

Nach dem Befehl Christi werden alle,

die sich Christen nennen,

aber unchristlich lehren oder leben,

mehrmals seelsorgerlich vermahnt.

Wenn sie von ihren Irrtümern und Lastern

nicht ablassen,

werden sie der Gemeinde

oder den von ihr Beauftragten

namhaft gemacht.

Wenn sie auch deren Vermahnung

nicht folgen,

werden sie von diesen

durch Versagung der heiligen Sakramente

aus der christlichen Gemeinde

und von Gott selber aus dem Reich Christi ausgeschlossen.

Jedoch werden sie

als Glieder Christi und der Kirche wieder angenommen, wenn sie wahre Besserung versprechen und zeigen.

Der dritte Teil: Von der Dankbarkeit

32. Thema der Woche :

Frage 86

Da wir nun aus unserm Elend ganz ohne unser Verdienst aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

Wir sollen gute Werke tun,

weil Christus,

nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat,

uns auch durch seinen Heiligen Geist

erneuert zu seinem Ebenbild,

damit wir mit unserem ganzen Leben

uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erweisen und er durch uns gepriesen wird. Danach auch, daß wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiß werden und mit einem Leben, das Gott gefällt, unsern Nächsten auch für Christus gewinnen.

Frage 87

Können denn auch die selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Leben nicht zu Gott bekehren ?

Keineswegs;

denn die Schrift sagt:

kein Unzüchtiger, Götzendiener, Ehebrecher,

Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes erben.

33. Thema der Woche :

Frage 88

Worin besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

Im Absterben des alten Menschen und im Auferstehen des neuen Menschen.

Frage 89

Was heißt Absterben des alten Menschen?

Sich die Sünde

von Herzen leid sein lassen

und sie je länger je mehr

hassen und fliehen.

Frage 90

Was heißt Auferstehen des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christus haben und Lust und Liebe,

nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.

Frage 91

Was sind denn gute Werke?

Allein solche, die aus wahrem Glauben nach dem Gesetz Gottes ihm zur Ehre geschehen, und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind.

Frage 92

Wie lautet das Gesetz des HERRN?

»Gott redete alle diese Worte:

Das 1. Gebot

Ich bin der HERR, dein Gott,

der ich dich aus Ägyptenland,

aus der Knechtschaft geführt habe.

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das 2. Gebot

Du sollst dir kein Bildnis

noch irgendein Gleichnis machen,

weder von dem, was oben im Himmel,

noch von dem, was unten auf Erden,

noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:

Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.

Denn ich, der HERR, dein Gott,

bin ein eifernder Gott,

der die Missetat der Väter heimsucht

bis ins dritte und vierte Glied

an den Kindern derer, die mich hassen,

aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden,

die mich lieben und meine Gebote halten.

Das 3.Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes,

nicht mißbrauchen;

denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen,

der seinen Namen mißbraucht.

Das 4. Gebot

Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.

Sechs Tage sollst du arbeiten

und alle deine Werke tun.

Aber am siebenten Tag

ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes.

Da sollst du keine Arbeit tun,

auch nicht dein Sohn, deine Tochter,

dein Knecht, deine Magd, dein Vieh,

auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.

Denn in sechs Tagen hat der HERR

Himmel und Erde gemacht,

und das Meer und alles, was darinnen ist,

und ruhte am siebenten Tage.

Darum segnete der HERR den Sabbattag

und heiligte ihn.

Das 5. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf daß du lange lebest in dem Lande,

das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Das 6. Gebot

Du sollst nicht töten.

Das 7. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Das 8. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Das 9. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden

wider deinen Nächsten.

10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,

Knecht, Magd, Rind, Esel,

noch alles,

was dein Nächster hat.«

34. Thema der Woche :

Frage 93

Wie werden diese Gebote eingeteilt?

In zwei Tafeln:

Die erste Tafel lehrt in vier Geboten, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen, die zweite in sechs Geboten,

was wir unserm Nächsten schuldig sind.

Frage 94

Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Gott will, daß ich allen Götzendienst, alle Zauberei und Wahrsagerei,

allen Aberglauben,

auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe meide und fliehe,

damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit

nicht verliere.

Stattdessen soll ich

den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren, so daß ich eher alle Geschöpfe preisgebe, als im Geringsten gegen seinen Willen handle.

Frage 95

Was ist Götzendienst?

Anstelle des einen wahren Gottes,

der sich in seinem Wort offenbart hat, oder neben ihm irgendetwas anderes ersinnen oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt.

35. Thema der Woche :

Frage 96

Was will Gott im zweiten Gebot?

Gott will, daß wir ihn in keiner Weise abbilden, noch ihn auf irgendeine andere Art verehren, als er es in seinem Wort befohlen hat.

Frage 97

Darf man denn gar kein Bild machen?

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden.

Die Geschöpfe dürfen abgebildet werden,

aber Gott verbietet, Bilder von ihnen zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder ihm damit zu dienen.

Frage 98

Dürfen denn nicht die Bilder

als »der Laien Bücher«

in den Kirchen geduldet werden?

Nein-

denn wir sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.

36. Thema der Woche :

Frage 99

Was will Gott im dritten Gebot?

Gott will,

daß wir weder mit Fluchen oder mit falschem Eid, noch mit unnötigem Schwören seinen Namen lästern oder mißbrauchen.

Wir sollen uns auch nicht

durch unser Stillschweigen und Zusehen

an solchen schrecklichen Sünden

mitschuldig machen.

Gottes heiligen Namen sollen wir

nur mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen, so daß er von uns recht bekannt, angerufen und in allen unseren Worten und Werken gepriesen wird.

Frage 100

Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, daß Gott auch über die zürnt. die nicht alles tun, um es zu verhindern?

Ja; denn es gibt keine Sünde, die größer ist

und Gott heftiger erzürnt,

als die Lästerung seines Namens.

Darum hat er auch befohlen,

sie mit dem Tode zu bestrafen.

37. Thema der Woche :

Frage 101

Darf man aber Oberhaupt bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja, wenn es die Obrigkeit fordert

oder die Not es gebietet,

auf diese Weise Treue und Wahrheit

zu Gottes Ehre und des Nächsten Wohl

zu erhalten und zu fördern.

Denn solches Schwören ist in Gottes Wort begründet. Deshalb haben die Menschen im Alten und Neuen Testament zu Recht davon Gebrauch gemacht.

Frage 102

Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Geschöpfen schwören ?

Nein; denn in einem rechtmäßigen Eid

rufe ich Gott selbst zum Zeugen an,

daß er, der allein die Herzen kennt,

die Wahrheit bestätige und mich strafe, wenn ich falsch schwöre.

Diese Ehre aber gebührt keinem Geschöpf

38. Thema der Woche :

Frage 103

Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will zum einen,

daß das Predigtamt und die christliche Unterweisung erhalten bleiben und daß ich, besonders am Feiertag,

zu der Gemeinde Gottes fleißig komme. Dort soll ich Gottes Wort lernen,

die heiligen Sakramente gebrauchen, den Herrn öffentlich anrufen und in christlicher Nächstenliebe

für Bedürftige spenden. Zum andern soll ich an allen Tagen meines Lebens

von meinen bösen Werken feiern*

und den Herrn durch seinen Geist

in mir wirken lassen.

So fange ich den ewigen Sabbat

schon in diesem Leben an. * »feiern« = ablassen

39. Thema der Woche :

Frage 104

Was will Gott im fünften Gebot?

Ich soll meinem Vater und meiner Mutter

und allen, die mir vorgesetzt sind,

alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen, auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben, weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.

40. Thema der Woche :

Frage 105

Was will Gott im sechsten Gebot?

Ich soll meinen Nächsten

weder mit Gedanken

noch mit Worten oder Gebärden,

erst recht nicht mit der Tat

auch nicht mit Hilfe anderer, schmähen, hassen, beleidigen oder töten. Ich soll vielmehr alle Rachgier ablegen, mir auch nicht selbst Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben. Darum hat auch der Staat den Auftrag,

durch seine Rechtsordnung das Töten zu verhindern.

Frage 106

Redet denn dieses Gebot nur vom Töten?

Nein.

Gott will uns

durch das Verbot des Tötens lehren,

daß er schon die Wurzel des Tötens, nämlich Neid, Haß, Zorn und Rachgier haßt und daß alles für ihn

heimliches Töten ist.

Frage 107

Haben wir das Gebot schon erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein. Indem Gott

Neid, Haß und Zorn verdammt, will er,

daß wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst, ihm Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und Freundlichkeit erweisen, Schaden, so viel uns möglich,

von ihm abwenden,

und auch unseren Feinden Gutes tun.

41. Thema der Woche :

Frage 108

Was will Gott im siebenten Gebot?

Gott verurteilt alle Zügellosigkeit. Darum sollen wir ihr von Herzen feind sein und rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt leben, sei es nun in der Ehe oder außerhalb derselben.

Frage 109

Verbietet Gott in diesem Gebot

allein den Ehebruch?

Nein.

Weil beide, unser Leib und unsere Seele,

Tempel des Heiligen Geistes sind,

darum will Gott, daß wir beide

rein und heilig bewahren. Er verbietet deshalb alle zügellosen Taten, Gebärden, Worte, Gedanken, Begierden und alles, was den Menschen dazu reizen kann.

42. Thema der Woche :

Frage 110

Was verbietet Gott im achten Gebot?

Gott verbietet nicht nur Diebstahl und Raub, die nach staatlichem Recht bestraft werden.

Er nennt Diebstahl

auch alle Schliche und betrügerischen Handlungen,

womit wir versuchen,

unseres Nächsten Gut an uns zu bringen,

sei es mit Gewalt oder einem Schein des Rechts: mit falschem Gewicht und Maß, mit schlechter Ware, gefälschtem Geld und Wucher, oder mit irgendeinem Mittel,

das von Gott verboten ist.

Er verbietet auch allen Geiz und alle Verschwendung seiner Gaben.

Frage 111

Was gebietet dir aber Gott

in diesem Gebot?

Ich soll das Wohl meines Nächsten fördern,

wo ich nur kann,

und an ihm so handeln, wie ich möchte, daß man an mir handelt.

Auch soll ich gewissenhaft arbeiten,

damit ich dem Bedürftigen

in seiner Not helfen kann.

43. Thema der Woche :

Frage 112

Was will Gott im neunten Gebot?

Ich soll

gegen niemanden falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen,

nicht hinter seinem Rücken reden

und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig

verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen

als Werke des Teufels bei Gottes schwerem Zorn vermeiden. Vor Gericht und in all meinem Tun

soll ich die Wahrheit lieben,

sie aufrichtig sagen und bekennen

und auch meines Nächsten Ehre

und guten Ruf nach Kräften retten und fördern.

44. Thema der Woche :

Frage 113

Was will Gott im zehnten Gebot?

Wir sollen in unserem Herzen

keine Lust und keinen Gedanken

aufkommen lassen,

gegen irgendein Gebot Gottes zu handeln,

sondern wir sollen jederzeit

von ganzem Herzen aller Sünde feind sein

und Lust zu aller Gerechtigkeit haben.

Frage 114

Können aber die zu Gott Bekehrten diese Gebote vollkommen halten?

Nein,

sondern es kommen

auch die frömmsten Menschen

in diesem Leben

über einen geringen Anfang dieses Gehorsams nicht hinaus. Wohl aber beginnen sie,

mit fester Absicht

nicht nur nach einigen,

sondern nach allen Geboten Gottes

zu leben.

Frage 115

Warum läßt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?

Erstens

sollen wir unser ganzes Leben lang

unsere sündige Art

je länger, je mehr erkennen und um so begieriger

Vergebung der Sünden

und Gerechtigkeit in Christus suchen. Zweitens

sollen wir unaufhörlich uns bemühen

und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten,

daß wir je länger, je mehr

zum Ebenbild Gottes erneuert werden,

bis wir nach diesem Leben das Ziel der Vollkommenheit erreichen. Vom Gebet

45. Thema der Woche :

Frage 116

Warum ist den Christen das Gebet nötig?

Weil es die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit ist,

die Gott von uns fordert, und weil Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist

nur denen geben will,

die ihn herzlich und unaufhörlich darum bitten und ihm dafür danken.

Frage 117

Was gehört zu einem Gebet, damit es Gott gefällt und von ihm erhört wird?

Erstens,

daß wir allein den wahren Gott,

der sich uns in seinem Wort geoffenbart hat, von Herzen anrufen um alles, was er uns zu bitten befohlen hat. Zweitens,

daß wir unsere Not und unser Elend

gründlich erkennen, um uns vor seinem göttlichen Angesicht zu demütigen. Drittens,

daß wir diesen festen Grund haben, daß er unser Gebet trotz unserer Unwürdigkeit

um des Herrn Christus willen gewiß erhören will, wie er uns in seinem Wort verheilen hat.

Frage 118

Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?

Alles, was wir

für unser geistliches

und leibliches Leben

nötig haben, wie es der Herr Christus

in dem Gebet zusammengefaßt hat,

das er uns selber lehrt.

Frage 119

Wie lautet dieses Gebet?

Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit

Amen.

46. Thema der Woche :

Frage 120

Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?

Er will in uns gleich zu Anfang unseres Ge